WorldWine Portrait

Mai 2002

Monsieur BiB

von André Liebe

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Wer sich die Mühe macht, in Bordeaux einmal nicht nur von einem hochdekorierten Château zum nächsten zu ziehen, wird meist reich belohnt. Weingüter, die bemerkenswerte Qualitäten zu kleinen Preisen bieten, geben dem Reisenden seinen Glauben an die Gerechtigkeit in der Weinwelt zurück.
 

 

Das Gebiet der Appellation Entre-deux-Mers im Osten der Stadt ist eine Gegend, in der sich noch positive Überraschungen finden lassen. Zu ihnen zählt ohne Zweifel Bernard Ducourt in Ladaux, der nicht nur gute Weine auf Flaschen zieht. Ducourts Spezialgebiet ist der Weinschlauch, von Fachleuten Bag-in-Box (BiB) genannt.

In Frankreich längst ein fester Bestandteil des Alltagslebens und in jedem Haushalt präsent, in dem ordentlich gegessen und getrunken wird, haftet dem BiB hier zu Lande noch immer ein "mégout" an, ein Gschmäckle. Kenner und solche, die es gern sein möchten, rümpfen schon beim Anblick des seltsamen Gebildes die Nase.

Das muss angesichts der merkwürdigen Gebindeform auch nicht verwundern. Abgefüllt wird der Wein in eine Kunststofffolie, die von Karton ummantelt ist. Keine Spur mehr von schönen Flaschen mit ästhetischen Etiketten.

Dass in der Box dennoch oft mehr als nur trinkbare Weine verkauft werden, haben die Franzosen seit langem verstanden, und auch bei Ducourt kommt nur beste Qualität in den BiB. "Auch wenn das viele Leute nicht glauben wollen, aber wir füllen hier wirklich den gleichen Wein ab wie in die Flaschen", bekräftigt er.

Die Vignobles Ducourt haben in den letzten Jahrzehnten eine bemerkenswerte Entwicklung erfahren. Als Bernards Vater Henri den Familienbetrieb Anfang der fünfziger Jahre übernahm, besaß dieser gerade zehn Hektar Rebfläche. Heute regiert der Sohn über 400 Hektar der Appellationen Bordeaux, Entre-deux-Mers und Montagne-Saint-Émilion. Die Verdienste von Vater Ducourt um die Weiterentwicklung im Entre-deux-Mers sind unbestritten. Zusammen mit André Lurton zählte er zu den ersten, die Ende der siebziger Jahre erkannten, dass Bordeaux nach den Jahren der überschwefelten, süßen Weine fruchtigere Gewächse brauchte, denen vor allem Sauvignon blanc einen unverwechselbaren Charakter geben sollte.

Bernard Ducourt erbte den Pioniergeist des Vaters und wandte sich einer Disziplin zu, die erheblich schwieriger war, als das traditionelle Abfüllen der Weine in Flaschen. "Die Vinifikation eines Weines für den BiB stellt erst einmal die gleichen Anforderungen wie die für den Flaschenwein, " erklärt er. "Die Weißweine bleiben dabei nach der Gärung noch einige Zeit auf der Hefe liegen, was ihre Frische konserviert, während die Roten traditionell etwa zehn Monate im Stahltank ausgebaut werden."
Der Unterschied beginnt erst beim Füllen, denn das ist beim BiB erheblich komplizierter. "Vor allem darf man in hygienischer Sicht keine Fehler machen," so Ducourt, "damit die Gefahr einer Nachgärung ausgeschlossen ist." Bei den Weißen erfordert auch der Umgang mit der Kohlensäure höchste Aufmerksamkeit. "Im Sommer müssen wir sehr behutsam vorgehen, da sich durch die hohe Temperatur der Inhalt stark ausdehnen und den Plastikschlauch zum Platzen bringen kann.

Der eigentliche Durchbruch bei der BiB-Füllung kam auch für Ducourt mit dem so genannten Intasept-System. Dabei wird der Kunststoffschlauch unter Vakuum befüllt, was dazu führt, dass er mit sukzessiver Entlehrung in sich zusammenfällt. Da der speziell entwickelte Zapfhahn verhindert, dass Luft von außen eindringen kann, ist der Wein vor Oxidation geschützt und bietet bis zu sechs Monate lang gleichbleibende Qualität - auch wenn die Packung bereits angebrochen wurde.
Bernard Ducourt hat die Technik perfektioniert und profitiert dabei natürlich auch von der Größe seines Betriebes, die solch aufwändige Investitionen erst möglich macht. Als echter Technik-Freak ist er selbst darüber hinaus ständig auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten.

Von den Weißweinen Ducourts werden inzwischen 40, von den Rotweinen immerhin 15 Prozent in BiB gefüllt. "Der unvergleichliche Reiz dieser Verpackungsform", merkt Ducourt an, "liegt darin, dass sie sich für viele Gelegenheiten eignet. Die Weine sind ideale Begleiter für den Camping-Urlaub, das Picknick oder auch die festliche Gartenparty."

Aus unserer Weingutsdatenbank

Kurt Feiler
Kurt Feiler

@@@ Weingut Feiler-Artinger - Neusiedlersee-Hügelland (Österreich)
Hauptstrasse 3 - 7071 Rust
Tel: 02685-237, Fax: 02685-23722, E-Mail: office@feiler-artinger.at, Homepage: www.feiler-artinger.at
Besitzer: Hans, Inge & Kurt Feiler
Weinbergslagen: Grainer, Satz, Vogelsang, Gugel, Kräften, Gemerk, Wald, Umriss, Gertberg
Rebsorten: Blaufränkisch, Zweigelt, Chardonnay, Merlot, Weißburgunder, Welschriesling, Cabernet Sauvignon, Cabernet franc, Pinot noir, Neuburger, Traminer, Gelber Muskateller, Muskat Ottonel, Sauvignon blanc, Ruländer
Weinnamen: Solitaire, Ruster Ausbruch, Blaufränkisch Umriss, Pinot noir Gertberg, Ruster Ausbruch Pinot Cuvée
jährliche Flaschenfüllung: 180.000
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Das Weingut Feiler-Artinger zählt zu den Betrieben, die jedes Jahr mit einer Unzahl an Auszeichnungen geradezu überschüttet werden - und wie es sich für ein Ruster Weingut gehört, gibt es die Auszeichnungen sowohl für Weißweine, als auch für Rot- und Süßweine. Im Jahr 2008 wurde das Weingut Feiler-Artinger von "Wine & Spirits" auch zur "Winery of the Year" gekürt. Heuer ist es die Zeitschrift "Weingourmet", die Kurt Feiler als "Newcomer des Jahre 2009" nominiert hat.
Dass sich diese Erfolge aber nur einstellen, wenn man sich auch weiterentwickelt und jedes Jahr das Bestmögliche herausholt, dafür ist das Familienweingut ein ausgezeichnetes Beispiel. Kurt Feiler hat sich deshalb nun auch für den biodynamischen Weinbau entschieden. Er ist fest davon überzeugt, dass nur so eine weitere Qualitätssteigerung und -sicherung möglich ist.
Ein weiterer Grund für die Umstellung ist aber auch, dass er seinen Kindern eine intakte Natur bieten will. Auch beim Verschließen seiner Weine ist er kompromisslos, denn selbst die Rotweine werden hier verschraubt, auch wenn die Akzeptanz des Drehverschlusses beim Rotwein vielleicht noch nicht so ausgeprägt ist. Im Sinne des Genusses wird es aber darüber in den nächsten Jahren keine Diskussionen mehr geben.

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