Im größten Weinbaukanton der Schweiz, dem Wallis, gab es 1983 einen gewaltigen Knall: Mit einer gewaltigen Weinschwemme hatten die Erzeuger der Region ihr eigenes Profit-Kartenhaus von anspruchslosen, harmlos-süffigen Weinen – fast ausnahmslos Fendant und Dôle - zum Einsturz gebracht. Der Schock war heilsam und führte seither zu deutlicher Qualitätsverbesserung und größerer Sortenvielfalt. Eine der Protagonistinnen der aktuellen Qualitätsbewegung ist Marie-Thérèse Chappaz aus dem Weiler La Liaudisaz bei Fully. |

Ohne ihr melodiöses, halb gesungenes, langezogenes „mais non“, aber nein!, hätten wir sie nicht wieder erkannt. Noch wenige Stunden zuvor hatte sich Marie-Thérèse Chappaz mit derber Arbeitskleidung, schweren Schuhen präsentiert und die flinken, grünen Augen hinter ihrer Brille mit den kreisrunden Gläsern versteckt. Im langen, eleganten Blümchenkleid stand sie jetzt, ohne Brille, dafür aber diskret geschminkt, vor der Käsetheke von Philippe Blanc, Verbiers bestem Käsehändler, und lehnte dankend das angebotene Glas Wein ab. „Ich habe endlich Ferien und möchte nur meinen Käse“, insistierte sie.
Als wir an diesem Sommermorgen bei Marie-Thérèses Weingut vorfahren, erwartet uns die temperamentvolle, energiegeladene Winzerin schon ungeduldig. Ein Gang ums Haus, hier der Fendant, da die Petite Arvine und oben am Fels, in 520 Metern Höhe, die berühmte Lage „Combe d’Enfer“, der Pinot noir auf dieser Seite, denn auf der anderen ist es zu heiß – Marie Thérèse erzählt, sprudelt und beantwortet Fragen, die noch gar nicht gestellt wurden. „1988 fing hier alles an. Vorher hatte der Keller 10 Jahre lang leer gestanden“, erklärt sie. Ihrem Onkel, dem legendären Walliser Staatsrat Maurice Troillet, hatten die bis zu 80 Jahre alten Stöcke auf den insgesamt vier Hektar Rebfläche gehört, aus denen Chappaz im Schnitt 30.000 Flaschen keltert.
Die Fendants, Pinot noir, Gamay und eine Reihe weiterer Spezialitäten wie Petite Arvine und Grain Noble dürfen wir wenig später im angemieteten Keller in Charrat, auf der Schattenseite des Tals, aus dem Fass probieren. Nicht nur der Ermitage, der mit 197 oOechsle aus dem Weinberg kam, umschmeichelt dabei die Geschmackspapillen und lässt sie vor Wohlgefühl vibrieren. Marie-Thérèses Weine sind durch die Bank absolute Gaumenfreuden. Nicht umsonst hat sie bereits zum dritten Mal die alljährliche Walliser Top-Degustation „Vin de Passion“ zu ihren Gunsten entschieden.

Auch wenn sie es sich in ihrer bescheidenen Art nicht anmerken lässt, hat sie sich über diese Auszeichnungen doch enorm gefreut, weil sie ihre kompromisslos-konsequente Arbeit honorierten. „Man darf sich nicht scheuen, die Reben, die Blätter und die Trauben zwei oder gar drei Mal zu schneiden“, erklärt sie. Ertragsbegrenzung, Konzentration und Qualität sind ihre Schlüsselworte, die erklären, warum ihr die gesamte Produktion heute buchstäblich aus der Hand gerissen wird. Gerade zwei oder drei Flaschen ihrer seltenen Spezialitäten bekommt der, der sich ebenso viele Jahre zuvor angemeldet hat, und nur ihre treuesten Stammkunden dürfen mit einem Kontingent von sechs Flaschen rechnen. „Das ist leider nicht zu ändern“, zuckt sie mit den Achseln und saugt mit der Pipette die nächste Köstlichkeit aus dem Fass.
Zufrieden mit dem Erreichten ist die Chappaz dabei noch lange nicht. „Einen schönen Roten, einen Pinot möchte ich noch machen, und noch etwas größer werden – aber nur ganz wenig.“ Und jemanden finden, der sich um das lästige Geschäftliche kümmert: „Zwei oder drei Monate gehen dafür drauf, gar nicht zu reden von den vielen Anrufern oder den Besuchern, die sonntags unangemeldet vor der Türe stehen.“

Dieser Produktionsweise, einer faszinierenden Mischung aus Handwerk, Kunst und Genie, haben sich neben Marie-Thérèse Chappaz, die eigentlich Hebamme werden wollte und erst über das Erbe ihres Onkels mit Weinbau und Weinen in Berührung kam, noch eine Reihe weiterer Namen des oberen Rhônetals verschrieben. Zu ihnen gehören Denis Mercier, Maurice Zufferay, Axel Maye und Marie-Bernard Gillioz, aber auch die riesige Genossenschaft Provins und große Négociants wie Bonvin, Germanier, Rouvinez und Orsat. Sie alle treffen sich regelmäßig im Käseladen von Philippe Blanc, der auch ein geachteter und geschätzter Weinverkoster ist, auch wenn Marie-Thérèze Chappaz an ihrem ersten Urlaubstag den angebotenen Pinot gris von Mercier verschmäht hat. Im Unterschied zu Weinfreunden, die sich in die lange Schlange der Anwärter einreihen müssen, wenn sie eines der begehrten neuen Walliser Gewächse erstehen möchten, kann es sich leisten, auch einmal dankend abzulehnen. Immerhin sitzt sie an der Quelle!
Domaine La Liaudisaz - Marie-Thérèse Chappaz, La Liaudisaz, CH - 1926 Fully, Tel: 027-7463537, Fax: 027-7463529, e-mail: mtchappaz@freesurf.ch
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| @@@ Weingut Geyerhof - Kremstal (Österreich) Oberfucha 1 - 3511 Furth Tel: 02739-2259, Fax: 02739-22594, E-Mail: weingut@geyerhof.at, Homepage: www.geyerhof.at Besitzer: Ilse und Josef Maier Weinbergslagen: Rosensteig, Hoher Rain, Steinleithn, Gaisberg, Sprinzenberg, Kirchensteig, Johannisberg, Goldberg, Richtern Rebsorten: Grüner Veltliner, Riesling, Weißburgunder, Gelber Muskateller, Zweigelt, Merlot jährliche Flaschenfüllung: 80.000 Finden Sie Weingut Geyerhof auf Google Maps | |
| Anzeige Ca. 19 ha Weingärten in den besten Lagen des niederösterreichischen Weinbaugebietes Kremstal sind die Heimat der Weine vom Geyerhof. Der Hof ist seit dem 16. Jahrhundert im Familienbesitz und wurde1986 von Ilse Maier übernommen. Heute werden die Weine vom Geyerhof zu drei Vierteln exportiert und erfahren national als auch international große Anerkennung. Stuard Pigott (Wein spricht Deutsch): "Der Grüne Veltliner Steinleithn gehört zur ersten Liga der niederösterreichischen Grünen Veltliner, die Rieslinge sind ähnlich beeindruckend, Riesling Goldberg 2005 – noch ein märchenhafter Wachauer Weingigant." Gault Millau 2008: "Das Ergebnis dieses Jahrganges war überwältigend." A LA CARTE: "Mit der Steinleithn hat sich die sympathische Bio-Winzerin Ilse Maier endgültig in der Liga der Topwinzer etabliert." Seit 1988 arbeiten Ilse und Josef Maier am Geyerhof nach den Grundsätzen des organisch-biologischen Landbaues. Jahre, in denen beträchtliches Wissen durch jährlich neue Herausforderungen gewachsen ist, stets mit der Gewissheit, den richtigen Weg zu gehen. Auch die angrenzenden Felder werden von der Familie aus Überzeugung nach demselben Prinzip bewirtschaftet. So kann der Wein vom Geyerhof in einer idealen Umwelt aufwachsen - für den vollen Genuss. Altbewährtes pflegen, Neuerungen annehmen – unter diesem Motto wird am Geyerhof stetig daran gearbeitet, die Entstehungsbedingungen für den Wein zu verbessern. Der Keller ist nach einer neuerlichen Umgestaltung 2007 modern ausgerüstet. Der Hof wurde gefühlvoll restauriert. Am Geyerhof bestimmt der Wein das Leben. Und Lebensfreude das Tun. | ||
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