Fast täglich werden uns Weine zur Beurteilung zugeschickt, die wir in unseren periodischen, themengebundenen Verkostungsberichten nicht berücksichtigen können. Deshalb haben wir diese Rubrik der "Weine des Monats" geschaffen, in der wir Ihnen Monat für Monat drei besonders gute bzw. besonders preiswürdige Weine vorstellen wollen - Weine, die in der Regel im deutschsprachigen Online-Handel erhältlich sind. "Weine des Monats" sind in unseren Verkostungen mit mindestens "drei Sternen" bewertet worden, im den meisten Fällen sogar mit vier oder fünf Sternen. Zwar bitten wir die Händler um Preisangaben und um eine gewisse Mindestverfügbarkeit der Weine, können aber für die Richtigkeit dieser Angaben keine Gewähr übernehmen. Bei online verfügbaren Weinen gelangen Sie per Klick auf den Weinnamen direkt zu einem Anbieter.
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Rotwein aus Württemberg? Das war lange Zeit ein Synonym für dünnen, bestenfalls süffigen und häufig süßen Trollinger. Dass sich die Zeiten geändert haben, beweist dieser Verschnitt aus Lemberger, Regent und Cabernet Dorsa, der ein Jahr lang in gebrauchten Barriquefässern reifte. Er zeigt für die Region ungewöhnliches, fast schon dickes Brombeerrubin, duftet angenehm nach Beeren und Kirschen, ist im Mund dicht und saftig, mit guter Frucht am vorderen Gaumen, und besitzt eine kräftige Struktur sowie Aromen, die bis ins Finish tragen. Das alles gibt es für weniger als 10 Euro.
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Neuseeländischer Sauvignon blanc mit seinen oft sehr oberflächlich exotischen Fruchtaromen gehört eigentlich nicht zu unseren Favoriten. Wenn wir einmal einen der Antipoden-Weißen für diese Rubrik auswählen, dann muss es schon etwas Besonderes sein ... so etwa, wie dieser Marlborough vom neuseeländischen Weingut des Loire-Stars Henri Bourgeois, der die französische Handschrift seiner Macher klar und deutlich erkennen lässt. So klar, dass man ihn fast für einen französischen Sauvignon blanc halten könnte. Der Wein zeigt Mineralik und Würze im Duft, ist am Gaumen dicht und saftig und besitzt eine tolle Säurestruktur: insgesamt ein wirklich überzeugender Wein im Meer der dünnen Kiwi-Säftchen, der noch dazu zum vernünftigen Preis angeboten wird.
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Das Weingut Kallfelz in Merl war eines der ersten, die uns ihr Großes Gewächs von den Königslay-Terrassen des vielversprechenden Jahrgangs 2009 zur Verkostung zuschickten. Und es lohnte sich! Der Wein zeigte sich zwar noch etws verhalten im Duft, ließ aber auch schon feine, pfeffrig-mineralische Aromen erkennen, die von guter Frucht abgelöst wurden. Mit seinem stoffigen Körper, der herben Aromatik, in der Zitrusnoten und Bitterorange erkennbar sind, mit seiner Länge im Abgang und seinem Reifepotenzial ein würdiger Vertreter aus der Riege der Großen Gewächse.
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Eine der positivsten Überraschungen unserer jüngsten großen Franken-Verkostungen war dieser sehr spät gelesene Silvaner aus dem Weingut Meintzinger, das erst seit wenigen Jahren von Jochen und Michaela Meintzinger geführt wird, sich aber bereits einen Platz unter den Spitzenweingütern der Region erobern konnte. Der Wein zeigt leuchtendes Grüngelb, tiefen, würzigen Duft mit erdigen und Honignoten, besitzt am Gaumen viel Saft und eine schöne Aromatik. Mit seiner enormen Dichte und Kraft wirkt er fast schon massiv, aber viel Frucht und feine Aromen verleihen ihm auch viel Frische und Eleganz. Ein großer Franke, der, wenn die Region ein besseres Image besäße, gut und gern auch das Doppelte kosten könnte.
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Plump, alkoholisch und oberflächlich die Chilenen? Nur Billigware fürs Regal? Weit gefehlt, und das bewies uns erneut dieser Grial aus der Spitzenlage des Colchagua Valley in Chile, Apalta. Intensiv leuchtendes und dichtes Rubinrot, schon der erste Eindruck in der Nase und am Gaumen zeugt von großer Finesse. Im Duft dann Minze, Eukalyptus, Fenchel, Koriander, eine ganze Dukkah-Gewürzmischung, schöne aromatische Tiefe. Viel Frucht bis in den hinteren Gaumen, relativ weiche Struktur, der Alkohol noch eine Spur zu präsent, aber das wird sich mit der Zeit geben, schöne Extraktsüße im Finish. Ein Wein im typischen New-World-style, der aber sehr fein und angenehm zu trinken ist ... Und die Preisgrenze zu den vier Münzen hat er auch nur recht knapp überschritten.
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Wenn Sie Ihre Weine für unsere Verkostungen einreichen möchten, melden Sie sie bitte zuvor per E-Mail unter Angabe des Endverbraucherpreises und einer Internet-Bezugsquelle an.
Weißwein | bis 7,99 EUR | |||
Rosé | 8,00 - 14,99 EUR | |||
Rotwein | 15,00 - 25,00 EUR | |||
Perl-/Schaumwein | mehr als 25 EUR | |||
Dessert-/Likörwein |
* Anbieter der empfohlenen Weine wurden uns entweder von den Erzeugern genannt oder von der Redaktion durch Recherche im Internet gefunden. ENO WorldWine ist am Verkaufserlös dieser Weine weder direkt noch indirekt beteiligt.
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