WorldWine News

US-Weinkonsum: Up or down?

(16.08.2011) -   0

Widersprüchliche Einschätzungen und Bewertungen zirkulieren derzeit, was den US-Weinkonsum angeht. Während decanter.com berichtet, dass Wachstumsprognosen nach unten korrigiert wurden und werden, und das Wine Handbook der Beverage Information Group nur von einem Gesamtwachstum in Höhe von 2,1 % für 2010 und von ca. 1 % für die kommenden 5 Jahren spricht, was offenbar wesentlich weniger ist, als Analysten erwarteten - vor allem australischer Wein soll im vergangenen Jahr 12,5 % Volumenverlust erlitten haben - werden diese Zahlen auf newsroomamerica.com, wo man sich auf die selbe Quelle beruft, hingegen als "bright future" verkauft. Kommt eben immer auf die Perspektive an!

Auf jeden Fall verschieben sich die Marktanteile der Lieferländer derzeit deutlich. So haben laut Nielsen in den 12 Monaten bis Juni 2011 Frankreich und Australien 9,3 % bzw. 7,2 % ihres Importvolumens verloren, und auch Südafrika und Portugal müssen Federn lassen. Dagegen können Argentinien (+ 18,6 %), Neuseeland (+ 34 %) und Deutschland (+ 10 %) ihre Position auf dem US-Markt konsolidieren und ihre Lieferung teilweise drastisch erhöhen. Paradoxerweise bleiben die französischen Weine, trotz des deutlichen Verlusts der Marktanteile, im Fokus des Interesses, zumindest was US-amerikanische Online-Publikationen angeht. Eine solche, deutlich über dem realen Marktanteil liegende Aufmerksamkeit genießen auch Chile, Argentinien, Spanien und Portugal, während die deutsche Weinwirtschaft sich über einen derartigen Aufmerksamkeitsüberschuss leider nicht freuen kann.

Die Internetpräsenz hat dabei in den USA einen enormen Stellenwert bei der Kaufentscheidung der Weintrinker gewonnen. Während in vielen anderen Ländern Familie, Freund, Weinhändler und Printmedien noch als wichtigste Referenzen gelten, hat Nielsen herausgefunden, dass US-Verbraucher zuallererst den Empfehlungen von Freunden, dann aber schon solchen aus dem Internet vertrauen. Dabei machen die Marktforscher keinen Unterschied zwischen klassischen Onlinemedien und Social Media, was vermuten lässt, dass die Diskrepanz zwischen diesen beiden Kommunikationswegen ebenfalls markant ist - zugunsten Letzterer.



Kommentieren Sie diesen Artikel / Your comment

Kommentare nicht registrierter und angemeldeter Benutzer müssen von der Redaktion freigeschaltet werden und sind erst dann sichtbar. Anynome Kommentare werden nicht akzeptiert. Um über Antworten auf Ihren Kommentar benachrichtigt werden zu können, müssen Sie ebenfalls als Benutzer registriert und angemeldet sein / Comments of users that are not registered and logged in, must be authorized by our editors before being displayed. Anonymous comments will not be accepted. To be informed about reactions on your comments you also need to be registered and logged in.