Nach einer schon relativ geringen Ernte im Frühjahr 2010 erwartet die südafrikanische Weinwirtschaft auch in diesem Jahr erneute Mindermengen. Schuld sind anhaltende Überschwemmungen sowie erhöhter Schädlingsbefall. Das schreibt Bloombergs businessweek.com dieser Tag und spricht von einem nochmaligen Rückgang der Erntemenge um 0,3 % gegenüber 2010. Deshalb wird erwartet, dass auch die Lagermengen bis Ende dieses Jahres von zuvor 338 Mio. l auf nur noch 314 Mio. l fallen werden, was einer Marktbereinigung angesichts der stagnierenden Exporte (wir berichteten) sicher gut tun würde. Leere Lager könnten, im Zusamenspiel mit dem stark gestiegenen Wechselkurs des Rand allerdings auch die Preise in die Höhe treiben und damit die Konkurrenzfähigkeit der südafrikanischen Gewächse verringern.
Die Chefin des Exportverbands Wines of South Africa (WOSA), Su Birch, spricht angesichts dieser Lage von der Aufgabe, besonders auf dem extrem wichtigen, aber von den größten Verlusten betroffenen britischen Markt das schwierige Basissegment zu verlassen und in margenfreundlichere, höhere Preissegmente auszuweichen, eine Entwicklung, die sie bereits eingeleitet sieht. So sei der Einheitswert südafrikanischen Weins 2010 bereits um 23 % gestiegen, und das Marktsegment oberhalb von 8 £ habe ein Wachstum von mehr als 50 % verzeichnet. Gleichzeitig haben die Südafrikaner, wie bereits die Australier und Franzosen vor ihnen, das Reich der Mitte als kommenden, erfolgversprechenden Absatzmarkt identifiziert, setzen aber auch auf die USA, Kanada, Skandinavien, Deutschland und exotische Märkte wie Kenya oder Nigeria, schreib bloomberg.com. Su Birch ist sicher, dass die USA und Kanada in den nächsten fünf Jahren die größten Zuwachsraten im südafrikanischen Export verzeichnen werden.
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