James Suckling, lange Jahre Europa-Verantwortlicher der US-Zeitschrift Wine Spectator, der im Juli letzten Jahres ziemlich Knall auf Fall aus der Redaktion ausgeschieden war, versucht sich jetzt als Veranstalter hochkarätiger Weinpräsentationen. Für sein im Juni in Florenz geplantes Event "Divino Tuscany" hat er die "50 besten" Erzeuger der Region eingeladen und verlangt von ihnen eine Teilnahmegebühr in Höhe von 10.000 EUR - pro Betrieb, versteht sich. Dafür bekommen die Weingüter einen Ausstellungstisch, Werbung in unterschiedlichen Medien, darunter dem eigenen Internetauftritt Sucklings, sowie einen 20-prozentigen Rabatt auf den stattlichen Eintrittspreis von 1.200 EUR für 20 persönlich eingeladene Gäste jedes teilnehmenden Betriebs. Ob eine so hochkarätige und extrem kostspielige Veranstaltung allerdings derzeit ins Budget der meisten toskanischen Betriebe passt, darf bezweifelt werden. Ebenso fraglich ist, ob viele Weinfreunde so tief in die Tasche greifen werden, denn das Preisniveau auch der besten toskanischen Weine ist ja keinesfalls vergleichbar mit dem der großen französischen Gewächse. Damit sich die 1.200 EUR "lohnen" müsste man deshalb bei "Divino Tuscany" schon richtig tief ins Glas schauen. Fraglich ist auch, ob die toskanischen Spitzenerzeuger ausgerechnet der Einladung eines Ex-Journalisten Folge leisten, über den viele von ihnen nicht unbedingt viel Freundliches erzählen, wie wir selbst vergangene Woche in der Toskana feststellen konnten.
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