Rheinhessen scheint das erste Weinbaugebiet Deutschlands zu werden, in dem die einst vom VDP ersonnene hierarchische Klassifizierung aus Erster Lage / Großem Gewächs, Ortswein und Gutswein von größere Teilen der Winzerschaft angenommen und konsequent praktiziert wird. Jedenfalls haben der VDP Rheinhessen und der regionale Weinwerbeverband Rheinhessenwein e. V. jetzt gemeinsam bekräftigt, sich in Zukunft an diesem Modell orientieren zu wollen. Lagennamen würden demnach nur noch von Weinen aus Ersten Lagen geführt, während die Trauben aller anderen Weinberge zu Ortsweinen oder Gutsweinen verarbeitet werden müssten. Die Ortsweine sollen, wenn es nach den Vorstellungen der beiden Verbände geht, qualitativ und preislich zwischen den beiden anderen Kategorien liegen und somit eine relativ klare Terroirprägung einerseits, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis andererseits miteinander verbinden. Ob die Ersten Lagen dabei streng genug definiert werden oder ob, wie im benachbarten Rheinau, diese Definition eher lax gehandhabt wird - der Initiator der Rheingauer Ersten Lagen, der verstorbene Bernhard Breuer, war aus diesem Grund seinerzeit aus dem regionalen VDP-Verband ausgetreten -, bleibt abzuwarten. Ebensowenig klärt die Pressemitteilung, die vom Rheinhessen e. V. jetzt in der Sache verschickt wurde, die Frage, ob Nicht-VDP-Mitgliedern dann auch die prestigeträchtige Bezeichnung "Großes Gewächs" offensteht.
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