"Korkschmecker kann durch neues Eichenholz übertragen werden", so die Meldung von Decanter.com, die vor knapp 20 Tagen verschiedentlich Aufsehen erregte. Ganz neu war die Aussage nicht, aber sie bezog sich auf einen Aufsatz*, der seitdem in der französischen Revue des Oenologues erschien, und in dem Forscher der Laboratoires Excell in Mérignac bei Bordeaux, spezialisiert auf Analysen mithilfe von Gaschromatographen und Massenspektrometern, nachwiesen, dass Korkschmecker nicht nur im Korken, sondern in Einzelfällen auch in den Holzdauben neuer Barriquefässer ihre Ursache haben können. Wie diese Kontaminierung zustande kommt, kann heute noch niemand erklären; gesichert erscheint nur, dass eine biochemische Ursache vorliegen muss.
Wie in den neunziger Jahren bei der Korkindustrie, gingen natürlich nach Veröffentlichung der Meldung auch bei den Küfern zunächst einmal nur die Abwehrschilde hoch. Deren Verbände unterstrichen, dass in den letzten drei Jahren nur in 0,04 % der von ihren Mitgliedern hergestellten Fässer TCA entdeckt worden sei. Wie das bei solcher Art Dementis im Allgemeinen ist, stellt das natürlich indirekt eine Bestätigung der Forschungsergebnisse dar. Wer also in Zukunft auch in einer Flasche mit Schraubverschluss einen Korkschmecker zu erspüren glaubt, muss nicht gleich an seinen eigenen sensorischen Fähigkeiten zweifeln. Es kann am Fass gelegen haben.
Kommentare
Das wundert mich nicht und es
Das wundert mich nicht und es gibt auch schon längere Zeit Hinweise darauf. Was aber in Zukunft noch viel brisanter werden dürfte: Muffton aus Eichen-Chips. Da ist die Gefahrenquelle noch viel größer, denken Sie an unzureichende Lagerbedingungen aber auch an die Logik der Herstellung selbst.
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