Die Trinkgewohnheiten der Italiener scheinen sich, glaubt man den neuesten Statistiken, dramatisch zu ändern. Eine jüngst veröffentlichte Studie der Firma Unicab zeigt, dass zwar 69 % aller Italiener über 65 Jahren täglich Wein trinken, aber nur 13 % aller 16- bis 35jährigen. 30 % aller Italiener sehen Wein nicht (mehr) als ein Symbol ihrer Gastronomie an, und 35 % kaufen ihren Wein im Supermarkt, nicht im Fachhandel und nicht beim Winzer. Was die Studie, die von decanter.com zitiert wird, allerdings nicht hergibt, ist der behauptete Trend, d. h. der Vergleich zu früher. Ungeklärt bleibt so, ob Italiens Jugend früher mehr Wein getrunken hat als heute. Und der Weinkauf im Supermarkt hat ja mitnichten den im Fachhandel abgelöst, sondern den Offenweinverkauf in mitgebrachte Behältnisse (Flaschen, Plastikkanister etc.), der noch bis vor weniger als zwei Jahrzehnten in vielen Städten gang und gäbe war.
Eine deutlichere Tendenz spiegelt dagegen die Aussage, dass in den letzten Jahren etwa 22 % der Italiener ihren Weinkonsum reduziert haben - die Hälfte von ihnen aus Gesundheitsüberlegungen. Unstrittig ist der negative Trend beim Weinkonsum generell, der nur noch bei etwa 40 l pro Kopf liegt, und gegenüber 2007 um 11 % gesunken ist. Ob der Export, der sich nach einem (wertmäßigen) Einbruch von 9 % im Jahr 2009 letztes Jahr wieder um 11 Prozent erholte - für dieses Jahr wird eine weitere Steigerung von 10 Prozent erwartet -, diesen Negativtrend auf dem Binnenmarkt allerdings kompensieren kann, wie es italienische Weinbaufunktionäre immer wieder betonen, darf bezweifelt werden.
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