Georgiens Staatspräsident, Micheil Saakaschwili, hat den Veranwortlichen für die Weinexporte des Landes, Vasil Managadze, Chef der Weinbaubehörde Samtrest, bereits vor einigen Wochen fristlos gefeuert, weil er mit den Exporterfolgen seines Landes unzufrieden war. "Wir waren zwar in der Lage, 7 oder 8 Mio. Flaschen in die Ukraine zu exportieren, haben aber den zwei oder drei Mal größeren polnischen Markt, auf dem es Sympathien für Georgien gibt, überhaupt nicht verstanden", soll Saakaschwili seinem neuen Landwirtschaftsminister Zaza Gorozia zur Begründung des Schritts erklärt und sich beschwert haben, dass in das "Sympathisantenland" nur 200.000 Flaschen im Jahr exportiert würden. Neben dem polnischen Markt setzt Saakaschwili dabei mangels eines starken mittelständischen Heimatmarktes offenbar auch auf den Weintourismus und glaubt, bis zu einer Million Touristen in die Weinbauregion Kachetien locken zu können - ein Programm, was angesichts von nicht mal einem halben Dutzen einigermaßen anständiger Unterkünfte in der Region doch sehr ambitioniert erscheint.
Georgiens Exporte waren in der Folge des Boykotts durch Russland, den einst größten Abnehmer georgischer Weine, dramatisch eingebrochen, und das Land hatte auf den westlichen Märkten nur zögerlich Fuß gefasst - ein Tatbestand, der angesichts der Konkurrenz auf diesen Märkten auch nicht weiter verwundern muss. Führt man Saakaschwilis Gedanken konsequent zu Ende, hätte er eigentlich sich selbst zuerst entlassen müssen, denn am Boykott durch die Russen wie auch daran, dass das zarte Pflänzchen erneuter Kontakte nach dem Boykott nicht zum Blühen kam, trug er wohl mit seiner abenteuerlichen Kriegspolitik gegenüber dem übermächtigen Nachbarn hauptsächlich selbst die Schuld.
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