"Champagner boomt - wir liefern mehr!" Dies scheint derzeit die Devise der Erzeuger der französischen Renommierappellation zu sein, die für 2011 bereits zum zweiten Mal seit 2009 die Höchsterträge für Trauben in die Höhe geschraubt haben. Durften 2009 noch nicht mehr als 9,7 to/ha (97 dz) eingefahren werden, so waren es 2010 schon 10,5 to/ha und in diesem Jahr dürfen die Winzer stolze 12,5 to/ha verarbeiten - insgesamt ein Zugewinn von fast 30 Prozent. Und dabei waren die stolzen Herren aus Reims und Épernay, wenn man so will, sogar noch sehr maßvoll: die Champagnerhäuser hatten nämlich sogar eine Aufstockung auf 14 to/ha verlangt, was aber auf Betreiben der Winzer abgelehnt wurde, die unter den jüngsten Absatzkrisen immer deutlich mehr gelitten hatten als die großen Häuser. Mit den 14 to/ha wäre die Appellation der gesetzlich definierten absoluten Höchstgrenze von 15 to/ha gefährlich nahe gekommen. Nachdem die Champagne bereits vor einiger Zeit die Ausweitung des Anbaugebiets beschlossen hat (wir berichteten...), darf man sich fragen, wie diese Weinschwemme - das CIVC sieht ein Potenzial von 400 Mio. Flaschen jährlich, während der aktuelle Absatz um 320/330 Mio. Flaschen schwankt - sich in der nächsten Zukunft auf die Weinqualitäten und damit mittelfristig auch auf die Märkte auswirken wird. Denn: Die nächste Krise kommt bestimmt, und wer dann im Marktsegment des Champagners kein anständiges Produkt mehr anzubieten hat, dürfte schneller am Bettelstab enden, als ihm lieb ist.
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