Gut 30 Mio. Flaschen, drei Prozent mehr als im letzten Jahr und 15 Prozent des Gesamtabsatzes, werden im Burgund in diesem Jahr direkt ab Hof verkauft, und fast die Gesamtheit der Weingüter (93 %) praktiziert diese Vertriebsform inzwischen. Hinzu kommen noch die traditionellen Weinsalons und der Internetverkauf, die von 65 bzw. 25 Prozent (vor einem Jahr 60 und 18 %) der Weingüter genutzt werden, um ihre Weine ohne Umwege über den Handel an den Mann und die Frau zu bringen. Diese Zahlen, die jetzt von Le Journal de Saône-et-Loire veröffentlicht wurden, belegen, dass die Erzeuger des Burgund sich offenbar immer aktiver um den Weinabsatz der Region, sprich ihres eigenen Weinguts, bemühen, deutlich aktiver jedenfalls als die Institutionen der regionalen Gemeinschaftswerbung.
Viele Weingüter verkaufen nicht nur ab Hof, sondern bieten auch Weingutsbesichtigungen an (63 gegenüber 55 %), manche (13 %) besitzen sogar Übernachtungsmöglichkeiten oder eine hauseigene Gastronomie (10 %, gegenüber nur 4 % im Vorjahr). Während vor fünf Jahren noch 36 Prozent der für Besuche offenen Weingüter eine vorherige Anmeldung verlangten, sind es heute nur noch 26, und 21 Prozent der Güter haben sogar eigenes Personal für den Ab-Hof-Verkauf eingestellt.
Unter den Besuchern der Region, von denen immerhin 20 Prozent Wein von der Reise mit nach Hause bringen, sind erstaunlich viele Belgier zu finden, die dem Burgund sogar noch häufiger als die Bewohner der Region Paris ihre Aufwartung machen. Holländer und Deutsche zählen zu den weiteren, stark vertretenen Nationen, was die Tatsache, dass das Burgund in Deutschland schon seit Jahren praktisch nicht mehr für seine Weine wirbt, noch unverständlicher erscheinen lässt.
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