Um insgesamt 12 % ist der britische Alkoholkonsum pro Kopf zwischen 2004 und 2009 gesunken, eine Tendenz, die erst 2010 (+ 0,6 %) zum Stillstand kam, was vor allem einer Steigerung bei den Destillaten zuzuschreiben war. Offenbar hat diese Entwicklung den britischen Schatzkanzler dermaßen beunruhigt, dass er jetzt plant, die Alkoholsteuer um weitere 15 pence zu erhöhen, um Löcher in der Staatskasse zu stopfen. Im Weinbereich könnte dies vor allem im Niedrigpreissegment bzw. bei Ländern und Regionen, deren Angebot vor allem in diesem konzentriert ist, zu Absatzverlusten führen. Nachdem die Erzeuger alkoholischer Getränke sich gerade erst mit der Regierung darauf geeinigt haben, verantwortungsvolles und moderates Trinken zu fördern und Alkoholexzessen Einhalt zu bieten - eine Einigung, die von einigen Gesundheitsorganisationen der Insel heftig kritisiert und sogar boykottiert wird -, dürfte diese Ankündigung bei einigen wie eine kalte Dusche wirken. Wie sich der gesamte britische Weinmarkt, der bereits heftig unter Druck steht, unter dem Einfluss der neuen prohibitionistischen Tendenzen entwickelt, bleibt abzuwarten.
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