Von Eckhard Supp – Wie hatte ich mein letztes Editorial zum Fall des Stern-Kreuzzugs gegen den Weinsammler und -händler Hardy Rodenstock überschrieben? “Nachgetreten“! Das genau das ist es, was die Redaktion des Stern offenbar partout nicht lassen kann. Und nutzt, in gefährlicher Gratwanderung entlang den Bestimmungen des Pressegesetzes auch eine von Rodenstocks Anwälten gerichtlich erzwungene Gegendarstellung im Handumdrehen dazu, den Generalverdacht gegen Rodenstock aufzufrischen. Diesmal allerdings auf eine fast schon unflätig freche Art und Weise – ohne auch nur die Spur einer Beweisführung: „Rodenstock hat alte Weinetiketten jahrelang auf eigene Rechnung nachdrucken lassen, darunter solche der Familie Rothschild“, heißt es am Ende der unüblich langen „redaktionellen Feststellung“ des Stern.
Das ist genau der selbe unsägliche Stil, den ich auch an den beiden Hauptartikeln des Stern kritisiert hatte. Mario Scheuermann (hier…) und Dirk Würtz (hier…) haben schneller reagiert als ich und die Sache schon ausführlich kommentiert. Ihrem Urteil ist nicht viel hinzuzufügen, nur vielleicht das eine: Wer sich solcher Methoden bedient, gewinnt vielleicht Aufmerksamkeit, aber bestimmt nicht an Glaubwürdigkeit. Das allerdings scheint die Macher des Stern gar nicht sonderlich zu stören.
Kommentare
Mir kommt das langsam wie
Mir kommt das langsam wie eine Art persönlicher Kreuzzug vor. Ich weiß gar nicht was das soll. Hat der stern sowas nötig???
Ein persönlicher und ein
Ein persönlicher und ein institutioneller Kreuzzug ist das. Gamerschlag hat es offenbar nicht goutiert, dass ihm Passagen aus seinem ersten großen Artikel gerichtlich untersagt wurden. Und der Stern leidet wohl seit Kujau an einer ausgewachsenen Fälscherpsychose und geht auf alles, was nur im Entferntesten nach Fälschung aussieht, los wie der Stier aufs rote Tuch. Ohne viel darüber nachzudenken, ob es ihm nutzt oder schadet.
Nur mit dem Unterschied, dass
Nur mit dem Unterschied, dass die Nummer mit den Hitler-Tagebüchern einen hohen Unterhaltungswert hatte, was man von der Geschichte jetzt nicht gerade behaupten kann
Ich gebe euch allen
Ich gebe euch allen (Scheuermann, Würtz, Supp) Recht. Mieser Stil!
Ich bin mir aber sicher, dass das Thema für die Nicht-Weinfachleute durchaus einen hohen Unterhaltungswert hat. Sehen wir uns nur mal die grundlegende Geschichte an: eine Person fälscht haufenweise Wein und „erschleicht“ sich damit die Gunst der oberen 10.000 und der stern entlarvt das alles mit „SEHR viel Arbeit und SEHR vielen Gutachten“. Wenn das mal keine Unterhaltung ist.
Danke für das Angebot, ich
Danke für das Angebot, ich komme gerne darauf zurück. Dann hätte ja das Meckern ausnahmsweise doch mal etwas Positives bewirkt. :-) )
Gegendarstellungen müssen in
Gegendarstellungen müssen in der Regel nicht gerichtlich erzwungen werden. Meist reicht ein Anwaltsschreiben, nur sehr selten überprüft ein Gericht Artikel oder Gegendarstellung auf Wahrheit.
@Torsten Richtig: „In der
@Torsten Richtig: „In der Regel…“. Aber nicht in der Ausnahme!
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