WorldWine Blog

29. MĂ€rz 2010

Machen Weinblogs Meinung?

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Von Eckhard Supp – Wer einmal die teilweise ellenlangen Kommentarlisten gĂ€ngiger Internetpublikationen mit denen der einschlĂ€gigen Weinblogs vergleicht, könnte schwer ins Schlucken kommen. Denn ungeachtet der glĂ€nzenden Zugriffszahlen, mit denen sich viele Weinblogger immer wieder gerne schmĂŒcken, sieht es hinsichtlich der AktivitĂ€t ihrer Leser – und damit letztendlich auch hinsichtlich ihrer MeinungsfĂŒhrerschaft – doch sehr klĂ€glich aus. Da sind seitenweise Blogposts ohne jeglichen Kommentareintrag zu finden, und wird einmal kommentiert, dann spielt sich das meist innerhalb des kleinen Zirkels von Weinbloggern ab. WĂŒrtz kommentiert Supp, Supp kommentiert Pleitgen, Pleitgen kommentiert Scheuermann und Scheuermann kommentiert WĂŒrtz.

Nun ist es zum GlĂŒck so, dass die Anzahl der Kommentare nur einen Hinweis auf, nicht aber ein definitives Urteil ĂŒber die Bedeutung des jeweiligen Blogs abgibt. Wollte man darĂŒber urteilen, mĂŒsste man auch Diskussionen berĂŒcksichtigen, die etwa durch einen Blogbeitrag angestoßen werden, dann aber in einem separaten Diskussionsforum (so etwa bei Talk-about-wine von Mario Scheuermann) oder auf Facebook und in anderen Social Networks stattfindet. Dennoch bin ich natĂŒrlich froh, dass die Kommentare und Diskussionen hier, auf dem WorldWine Blog, vergleichsweise lebhaft – und oft auch auf angenehme Weise kontrovers – sind.

Eine Auswertung der jeweils letzten 20 Blogposts vom heutigen Montag (29.3.2010, gegen 14:00 Uhr) hat jedenfalls ergeben, dass die BeitrĂ€ge des drinktank 11 Mal kommentiert wurden (“Retourkutschen” des Autors immer mit eingerechnet), die von Dirk WĂŒrtz 42 Mal, die der Weinakademie Berlin 32 Mal und die des WorldWine Blogs 74 Mal. Paradoxerweise am seltensten kommentiert wurden die Blogposts von Nikos Weinwelten (1 Mal) und von Weinverkostungen.de (4 Mal), obwohl diese beiden Blogs in den gĂ€ngigen Statistiken (Blogoscoop, Bloggerei etc.) die mit Abstand höchsten Zugriffszahlen aufweisen.



Kommentare

Das ist doch einfach zu

Das ist doch einfach zu beantworten
 Um so kontroverser ein Artikel, um so lebhafter die Diskussion. Bei einer dpa-Meldung auf Nikos Weinwelten erĂŒbrigt sich jede Diskussion.

Andererseits ist es wohl auch eine Frage der Zielgruppe. Innerhalb des Zirkels wird diskutiert, ansonsten wird konsumiert


Michael Liebert

Wie Sie richtig feststellen,

Wie Sie richtig feststellen, Herr Supp, werden die Debatten zu einem Blogpost oft auf anderen Plattformen gefĂŒhrt. Und dass Blogs wie Nikos Weinwelten kaum Kommentare vorzuweisen haben, liegt sicherlich daran, dass dort eher Empfehlungen abgegeben werden denn Meinung gemacht. Je mehr ein Blogger Themen bietet, ĂŒber die sich streiten lĂ€sst, umso eher werden die Aussagen kommentiert.
Ihr WorldWine Blog ist da ein gutes Beispiel.

@Der Weinfreak @Michael

@Der Weinfreak @Michael Liebert Alles richtig, ich bin allerdings ĂŒberzeugt, dass es noch eine Reihe weiterer Faktoren gibt, z. B. auch die Frage, ob ein Blog mehr oder weniger “thementreu” ist (in meinem Fall Wein und Weinpublizistik) oder ob er sich in zu viele (politische, sportliche, philosophische, gesellschaftliche) Themen verirrt. Und zum GlĂŒck bringen ja auch drinktank, WĂŒrtz etc. kontroverse Themen aufs Tapet. Ich bin jedenfalls mal gespannt, wie sich unsere Zugriffszahlen und Leser entwickeln, wenn wir demnĂ€chst den WorldWine Blog, wie es ja eigentlich logisch ist, voll in die Seiten von ENO WorldWine integrieren.

Ich bin bezĂŒglich

Ich bin bezĂŒglich “thementreu” ein wenig hin und her gerissen. Zum einen finde ich es interessant, bei “Weinmenschen” auch einmal zu anderen Themen zu lesen. Das sollte die Zugriffszahlen auch eher erhöhen. Andererseits kann so das eigene Profil verloren gehen, unscharf werden, und Weinfreunde könnten sich hin zu anderen Blogs wenden, die nur ĂŒber das Lieblingsthema berichten.
Das Wichtigste ist, dass kontrovers publiziert wird. WeichspĂŒlereien, bei denen sich Weinfreunde gegenseitig auf die Schultern klopfen und sich gegenseitig zuprosten, wird dann auch nur diese interessieren.
FĂŒr die Integration des WorldWine Blog in ENO WorldWine wĂŒnsche ich viel Erfolg!

@Der Weinfreak Danke fĂŒr die

@Der Weinfreak


Danke fĂŒr die WĂŒnsche. Ich persönlich halte es so, dass ich “themenfremde” Ideen lieber auf Facebook, vielleicht noch gelegentlich auf Twitter unterbringe. Allerdings auch dort mit Vorsicht! Auch dort bin ich z. B. nicht der Meinung, meine “friends”, “follower” und Leser mit Jubelorgien ĂŒber jedes Tor, das mein Lieblingsverein gerade geschossen hat, belĂ€stigen zu mĂŒssen.

Da gebe ich Ihnen unumwunden

Da gebe ich Ihnen unumwunden Recht, das mit dem Fußball stĂ¶ĂŸt bei mir – obwohl ebenfalls Fußballfan – auch nicht auf Gegenliebe

@Marqueee: Das ist in der Tat

@Marqueee: Das ist in der Tat so, mit Blog hat das wenig zu tun. Es ist ein Portal, das Meldungen zum Thema “Essen & Trinken” publiziert, am Fließband. Da geht es nicht um genauere Informationen und erst Recht nicht um Meinung. Relativ uninteressant 


Was Nikos Weinwelten

Was Nikos Weinwelten betrifft, so kann ich – pars pro toto – vielleicht einen weiteren Hinweis liefern: Ich selbst habe dort einige wenige Male etwas in den Kommentaren hinterlassen – kein einziges Mal gab es darauf irgendeine Reaktion. Die logische Folge: Ich habe dann erst das Kommentieren, aber schließlich auch das Lesen dort eingestellt, weil das Blog – bzw. das “News-Portal”, wie es sich ja nennt – in meiner Wahrnehmung recht flott zum reinen PresseerklĂ€rungs-Veröffentlichungsorgan degeneriert ist.

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