Von Eckhard Supp â Wer einmal die teilweise ellenlangen Kommentarlisten gĂ€ngiger Internetpublikationen mit denen der einschlĂ€gigen Weinblogs vergleicht, könnte schwer ins Schlucken kommen. Denn ungeachtet der glĂ€nzenden Zugriffszahlen, mit denen sich viele Weinblogger immer wieder gerne schmĂŒcken, sieht es hinsichtlich der AktivitĂ€t ihrer Leser â und damit letztendlich auch hinsichtlich ihrer MeinungsfĂŒhrerschaft â doch sehr klĂ€glich aus. Da sind seitenweise Blogposts ohne jeglichen Kommentareintrag zu finden, und wird einmal kommentiert, dann spielt sich das meist innerhalb des kleinen Zirkels von Weinbloggern ab. WĂŒrtz kommentiert Supp, Supp kommentiert Pleitgen, Pleitgen kommentiert Scheuermann und Scheuermann kommentiert WĂŒrtz.
Nun ist es zum GlĂŒck so, dass die Anzahl der Kommentare nur einen Hinweis auf, nicht aber ein definitives Urteil ĂŒber die Bedeutung des jeweiligen Blogs abgibt. Wollte man darĂŒber urteilen, mĂŒsste man auch Diskussionen berĂŒcksichtigen, die etwa durch einen Blogbeitrag angestoĂen werden, dann aber in einem separaten Diskussionsforum (so etwa bei Talk-about-wine von Mario Scheuermann) oder auf Facebook und in anderen Social Networks stattfindet. Dennoch bin ich natĂŒrlich froh, dass die Kommentare und Diskussionen hier, auf dem WorldWine Blog, vergleichsweise lebhaft â und oft auch auf angenehme Weise kontrovers â sind.
Eine Auswertung der jeweils letzten 20 Blogposts vom heutigen Montag (29.3.2010, gegen 14:00 Uhr) hat jedenfalls ergeben, dass die BeitrĂ€ge des drinktank 11 Mal kommentiert wurden (âRetourkutschenâ des Autors immer mit eingerechnet), die von Dirk WĂŒrtz 42 Mal, die der Weinakademie Berlin 32 Mal und die des WorldWine Blogs 74 Mal. Paradoxerweise am seltensten kommentiert wurden die Blogposts von Nikos Weinwelten (1 Mal) und von Weinverkostungen.de (4 Mal), obwohl diese beiden Blogs in den gĂ€ngigen Statistiken (Blogoscoop, Bloggerei etc.) die mit Abstand höchsten Zugriffszahlen aufweisen.
Kommentare
Das ist doch einfach zu
Das ist doch einfach zu beantworten⊠Um so kontroverser ein Artikel, um so lebhafter die Diskussion. Bei einer dpa-Meldung auf Nikos Weinwelten erĂŒbrigt sich jede Diskussion.
Andererseits ist es wohl auch eine Frage der Zielgruppe. Innerhalb des Zirkels wird diskutiert, ansonsten wird konsumiertâŠ
Michael Liebert
Wie Sie richtig feststellen,
Wie Sie richtig feststellen, Herr Supp, werden die Debatten zu einem Blogpost oft auf anderen Plattformen gefĂŒhrt. Und dass Blogs wie Nikos Weinwelten kaum Kommentare vorzuweisen haben, liegt sicherlich daran, dass dort eher Empfehlungen abgegeben werden denn Meinung gemacht. Je mehr ein Blogger Themen bietet, ĂŒber die sich streiten lĂ€sst, umso eher werden die Aussagen kommentiert.
Ihr WorldWine Blog ist da ein gutes Beispiel.
@Der Weinfreak @Michael
@Der Weinfreak @Michael Liebert Alles richtig, ich bin allerdings ĂŒberzeugt, dass es noch eine Reihe weiterer Faktoren gibt, z. B. auch die Frage, ob ein Blog mehr oder weniger âthementreuâ ist (in meinem Fall Wein und Weinpublizistik) oder ob er sich in zu viele (politische, sportliche, philosophische, gesellschaftliche) Themen verirrt. Und zum GlĂŒck bringen ja auch drinktank, WĂŒrtz etc. kontroverse Themen aufs Tapet. Ich bin jedenfalls mal gespannt, wie sich unsere Zugriffszahlen und Leser entwickeln, wenn wir demnĂ€chst den WorldWine Blog, wie es ja eigentlich logisch ist, voll in die Seiten von ENO WorldWine integrieren.
Ich bin bezĂŒglich
Ich bin bezĂŒglich âthementreuâ ein wenig hin und her gerissen. Zum einen finde ich es interessant, bei âWeinmenschenâ auch einmal zu anderen Themen zu lesen. Das sollte die Zugriffszahlen auch eher erhöhen. Andererseits kann so das eigene Profil verloren gehen, unscharf werden, und Weinfreunde könnten sich hin zu anderen Blogs wenden, die nur ĂŒber das Lieblingsthema berichten.
Das Wichtigste ist, dass kontrovers publiziert wird. WeichspĂŒlereien, bei denen sich Weinfreunde gegenseitig auf die Schultern klopfen und sich gegenseitig zuprosten, wird dann auch nur diese interessieren.
FĂŒr die Integration des WorldWine Blog in ENO WorldWine wĂŒnsche ich viel Erfolg!
@Der Weinfreak Danke fĂŒr die
@Der Weinfreak
Danke fĂŒr die WĂŒnsche. Ich persönlich halte es so, dass ich âthemenfremdeâ Ideen lieber auf Facebook, vielleicht noch gelegentlich auf Twitter unterbringe. Allerdings auch dort mit Vorsicht! Auch dort bin ich z. B. nicht der Meinung, meine âfriendsâ, âfollowerâ und Leser mit Jubelorgien ĂŒber jedes Tor, das mein Lieblingsverein gerade geschossen hat, belĂ€stigen zu mĂŒssen.
Da gebe ich Ihnen unumwunden
Da gebe ich Ihnen unumwunden Recht, das mit dem FuĂball stöĂt bei mir â obwohl ebenfalls FuĂballfan â auch nicht auf Gegenliebe
@Marqueee: Das ist in der Tat
@Marqueee: Das ist in der Tat so, mit Blog hat das wenig zu tun. Es ist ein Portal, das Meldungen zum Thema âEssen & Trinkenâ publiziert, am FlieĂband. Da geht es nicht um genauere Informationen und erst Recht nicht um Meinung. Relativ uninteressant âŠ
Was Nikos Weinwelten
Was Nikos Weinwelten betrifft, so kann ich â pars pro toto â vielleicht einen weiteren Hinweis liefern: Ich selbst habe dort einige wenige Male etwas in den Kommentaren hinterlassen â kein einziges Mal gab es darauf irgendeine Reaktion. Die logische Folge: Ich habe dann erst das Kommentieren, aber schlieĂlich auch das Lesen dort eingestellt, weil das Blog â bzw. das âNews-Portalâ, wie es sich ja nennt â in meiner Wahrnehmung recht flott zum reinen PresseerklĂ€rungs-Veröffentlichungsorgan degeneriert ist.
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