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Stefano Bonilli als Chef des "Gambero Rosso" entlassen
(17.09.2008
) - Nach insgesamt 22 Jahren an der Spitze der Zeitschrift "Gambero Rosso", die er einst als Beilage der linksradikalen Tageszeitung "Il Manifesto" schuf, und des gleichnamigen Verlags, wurde Stefano Bonilli vor wenigen Tagen von der Leitung des Verlags und der ihn kontrollierenden Holding fristlos entlassen. An seine Stelle trat sein bisheriger Stellvertreter und Chef der "Weinabteilung" des Gambero, Daniele Cernilli. Der starke Mann im Hintergrund des Gesellschaftverbands scheint dagegen Paolo Cuccia zu sein, ein römischer Ingenieur und Finanzjongleur, der auch in den Aufsichtsräten von Firmen wie Bulgari, Capitalia, Acea und EUR Congressi sitzt und u. a. als Vertrauensmann der Politiker Veltroni und Rutelli gilt. Die Entlassung Bonillis wird als sein Werk kolportiert, wobei ihm Sergio Cellini, Vorstandschef der Gambero Rosso Holding, sekundierte. Der Entlassung vorausgegangen war der mehr oder weniger erzwungene Verkauf von etwa 60 % der Aktien des Gambero, die Bonilli noch besaß, an seine Mitaktionäre, aber auch mehre Jahre, in denen die Gambero Rosso Holding Schulden über Schulden aufhäufte und mehrere Mitaktionäre wie beispielsweise den Großverlag Mondadori "verschliss". Bereits 2005 soll der Gambero mit über 8 Mio. EUR bei diversen Banken in der Kreide gestanden und in den zwei Folgejahren noch einmal 2 Mio. Schulden gemacht haben. Ungeachtet dieser hohen Verschuldung, so wird gemunkelt, sollen die Chefs des Gambero noch 2007 dank aufwändiger Road Shows mithilfe ihrer jeweiligen Ehefrauen erhebliche Summen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Auf seinem Blog "paperogiallo" berichtet Bonilli nur kurz, ohne jegliche Erklärung, von seiner Entlassung und beklagt sich, dass fast keine der nationalen Tageszeitungen darüber berichtet habe und dass niemand, weder Kollegen, noch Küchenchefs oder Winzer, sich bei ihm seitdem gemeldet habe. Kläglicher kann man das eigene Ego nach einer solchen Niederlage kaum noch präsentieren. Die Kollegen jedenfalls, deren Schweigen Bonilli jetzt beklagt, dürften sich daran erinnert haben, wie er einige der wichtigsten von ihnen im Laufe der Jahre immer wieder aus dem Verlag geekelt hat.
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