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Streit um Grands Crus in Saint-Émilion beendet
(19.06.2009
) - Nach jahrelangem Streit hat jetzt das französische Kassationsgericht entschieden, dass die Erzeuger, die bei der Revision der Grand-Cru-Klassifizierung im Jahre 2006 höher eingestuft worden waren, die Bezeichnung "Grands Crus Classés" weiterhin führen dürfen. Im Einzelnen sind dies Château Bellefont-Belcier, Château Destieux, Château Fleur Cardinale, Château Grand Corbin, Château Grand Corbin Despagne und Château Monbousquet. Auch die beiden Güter, die seinerzeit zu Premiers Grands Crus Classés hochgestuft worden waren, dürfen weiterhin so firmieren. Dieses Urteil ergänzt das vorhergehende Verdikt, mit dem auch den seinerzeit degradierten Weingütern das Recht zugesprochen worden war, ihre alte Klassifizierung weiterhin auf den Etiketten zu verwenden, da sich die Revision nach Meinung der Richter nicht eines unabhängigen und überparteilichen Verfahrens bedient hatte. Während dieses salomonische Urteil in Bordeaux die Gemüter zumindest fürs Erste beruhigt haben dürfte, könnte der Unmut einiger Erzeuger an der Loire noch anhalten: Denen wurde nämlich die Appellation "Chaume" ersatzlos gestrichen, weil sie vom Verbraucher mit der renommierten Herkunftsbezeichnung "Quarts de Chaume" verwechselt werden könnte. Im Languedoc schließlich erhielt ein Bereich der "Coteaux du Languedoc", La Clape im Westteil der Appellation, jetzt eigenständigen AOC-Status.
Deutschlands nördlichster Weinberg auf Sylt angelegt
(19.06.2009
) - Das Rheingauer Weingut Balthasar Ress hat Anfang Juni unter großer medialer Begleitung - auch die Tagesschau war dabei - Deutschlands nördlichsten Weinberg auf der Insel Sylt angelegt. Auf 0,3 ha Land der Gemeinde Keitum wurden insgesamt 500 Stöcke Rivaner und 1.110 Stöcke Solaris, eine pilzresistente Neuzüchtung, die in Deutschland auf etwa 50 ha kultiviert wird, gesetzt. Der Wein, dessen Jungfernjahrgang 2012 erwartet wird, soll unter dem Namen 55° Nord Soralis/Rivaner vermarktet werden.
Burgund erwartet in der Krise sinkende Preise
(19.06.2009
) - Nachdem die Weinerzeuger in Frankreichs Renommierregion Burgund schon im vergangenen Jahr einen drastischen Absatzrückgang (insgesamt -5,4 %, Exporte sogar -15,5 %, wobei die bisherigen Top-Märkte USA und Großbritannien allein um 25 % nachgaben) hinnehmen mussten, hat auch das Jahr 2009 mit Hiobsbotschaften begonnen: Zwar blieb der Absatz auf dem Binnenmarkt weiterhin relativ stabil, aber die Exporte gaben noch einmal um 11% nach. Da nach Einschätzung der Verantwortlichen in den kommenden Monaten auch der französische Markt unter der Krise leiden könnte, geht man in Beaune von Absatzverlusten in Höhe von 15 - 20% für das Gesamtjahr 2009 aus. Wenn, wie erwartet, im laufenden Weinjahr eine normale Ernte eingefahren wird (2008 konnten die Preise nur aufgrund der geringen Erntemengen stabil gehalten werden), wird zudem ein deutlicher Preisverfall, selbst bei Grand-Cru-Gewächsen erwartet. In dieser Situation hat eine Gruppe von Erzeugern zu einer ungewöhnlichen Maßnahme gegriffen. Unter dem Titel "Les Climats du Cœur" bieten die Weinmacher einiger der renommiertesten Burgunder Häuser (Leflaive, Louis Jadot, Drouhin, Romanée Conti, Faiveley, Dujac, Roulot und Louis Latour) eine Kiste mit vier gemeinsam erzeugten Weinen (Magnumflaschen) aus Premiers-Crus-Lagen an. Die Weine können vom 26. Juni an unter der Internetadresse www.climats-du-coeur.com erworben werden.
Herkunftsbezeichnung ist entscheidendes Kriterium beim Weinkauf
(19.06.2009
) - Gleich zwei Untersuchungen der letzten Zeit haben gezeigt, welch große Bedeutung die Herkunft von Weinen bei der Einkaufsentscheidung hat, auch wenn man häufig hört, die Rebsorte, der Alkoholgehalt oder andere Kriterien seien wichtiger. In einer von der Weinmesse Vinexpo (Bordeaux) und dem deutschen Magazin Focus beauftragten Studie wurden Frauen aus fünf Ländern (Deutschland, Frankreich, Japan, USA und Großbritannien) nach ihren Kaufgewohnheiten befragt. Etwa zwei Drittel der deutschen Frauen gaben an, mindestens ein Mal in der Woche Wein zu trinken, in den USA waren dies mehr als 92 %. Vor allem die deutschen Frauen (65 %) bezeichneten die Herkunft des Weines als maßgebliches Entscheidungskriterium für den Preis, nur 57 % nannte die Rebsorte und 35 % den Preis. Nun sind solche Zahlen wahrscheinlich nicht absolut belastbar - von den befragten Frauen gaben auch 56 % an, lieber im Fachhandel als im Supermarkt zu kaufen, was in scharfem Kontrast zur Tatsache steht, dass Supermärkte und Discounter mit Abstand den größten Teil des Weinabsatzes in Deutschland tätigen -, aber eine Tendenz kann man aus ihnen immerhin ablesen. Interessant auch, dass Frauen beim Weinkauf zu 44 % den Empfehlungen von Angehörigen und Freunden folgen, aber nur zu 39 % dem Rat des Händlers und sogar nur zu 31 % der Presse, zu 20 % Sommeliers und - immerhin! - zu 17 % dem Internet.
Eine zweite Untersuchung bei Weintrinkern in den USA und Großbritannien, die von der London International Wine Fair im May veröffentlicht wurde, erbrachte ein ähnliches Ergebnis. Dabei zeigte sich, dass, obwohl viele der Befragten gerne Weine aus Ländern der Neuen Welt tranken, Herkunftsbezeichnungen aus deren Ländern in ihrer Bekanntheit signifikant hinter denen der Alten Welt zurück lagen. Barossa Valley, beispielsweise, oder Marlborough waren nur einer Minderheit von Befragten bekannt, während Namen wie Bordeaux, Champagner, Burgund Chablis oder Chianti in beiden Ländern einen Bekanntheitsgrad von mehr als zwei Dritteln besaßen. Unterschiede zwischen den britischen und amerikanischen Verbrauchern gab es vor allem bei Namen wie Napa (vor allem den Amerikanern bekannt), Côtes-du-Rhône, Cava oder Loire (bei Briten bekannter).
New York Times zweifelt an Studien zum Thema Wein & Gesundheit
(19.06.2009
) - Mit einer groß aufgemachten Generalattacke hat die New York Times vor einigen Tagen wissenschaftliche Studien, die positive gesundheitliche Auswirkungen von moderatem Weinkonsum zum Ergebnis hatte, in Bausch und Bogen angegriffen und infrage gestellt. In dem Artikel wird behauptet, sämtliche wein- oder alkohol"freundliche" Studien der Vergangenheit hielten "harten" wissenschaftlichen Anforderungen nicht stand, da in ihnen nie untersucht wurde, ob nicht mit dem Weinkonsum häufig einhergehende, aber nicht ursächlich mit ihm zusammenhängende Faktoren - etwa ein größeres Bewusstwein für gesündere Ernährung bei Weinfreunden -, vielleicht eine größere Rolle spielten als der Weinkonsum selbst. Das klingt zwar an den Haaren herbeigezogen, da einige der uns bekannten Studien solche Kollateralfaktoren durchaus mitreflektierten, aber tröstlich ist immerhin, dass die NYT nicht gleich behauptet, Weinkonsum verkürze die Lebenserwartung anstatt sie zu verlängern. Und, wenn wir ehrlich sind, es trinkt eh niemand Wein, weil er hofft, dadurch länger zu leben, sondern weil er schmeckt.
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