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  Verkostungs-Reports
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Februar 2006

Listrac-Vertikale

Sie sind keine Blockbuster, aber sie bieten solide Qualität fürs Geld - die Weine von Listrac, einer der gemeinhin wenig beachteten Kommunalappellationen aus dem Bordelaiser Médoc. Dabei besitzen die Weine recht gute Alterungsfähigkeit, wie eine Vertikalprobe von Weinen aus vier Châteaux bewies, die Anfang März in Paris stattfand. Die vier waren Fonréaud, Fourcas-Dupré, Fourcas Hosten und Lestage, und die Weine, die sie mitgebracht hatten, stammen aus den Jahrgängen 1995 bis 2004 - letzterer war in Fassmustern vertreten. Wir danken den Erzeugern für die Einladung zu der interessanten Probe.

Die Verkostungs-Highlights von Eno WorldWine stellen eine Auswahl aus umfangreicheren Proben dar, die jedoch nicht immer den repräsentativen Charakter besitzen, um Thema unserer großen (Profi-)Verkostungsreports werden zu können. Die Weine sind - auch bei gleicher Punkte(Sterne)zahl - in der Reihenfolge ihrer Beurteilung (absteigend) aufgeführt. Weine aus diesen Proben, die hier nicht aufgeführt werden, können Sie mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung in unserem Verkostungs-Archiv finden.


Château Fonréaud, Listrac 1995: gute, noch lebendige Farbe, in der Nase Erdbeeren, Pflaumen, süßliche, aber saubere Frucht, Saft und Stoff gut, Tannine noch sehr sandig, etwas Länge im Abgang, deutlich besser als die fehlerhafte Vorprobe ****
  
Château Fonréaud, Listrac 1996: noch gutes Rot, schönes, tiefes Bukett mit Rauch und Teer, sehr feste, noch harte Tannine und zu wenig Frucht ***?
  
Château Fonréaud, Listrac 1997: leicht gereiftes Rot, schöne, tiefe und balsamische Frucht im Duft, viel Saft und Stoff, sandiges Tannin dahinter, eine Spur zu klebrig im Abgang ****
  
Château Fonréaud, Listrac 1998: noch frisches Rot, feine, schon leicht terziäre Nase, Leder und Frucht, am Gaumen leichte Säure, nicht genügend Schmelz, insgesamt aber gut strukturiert mit Länge vom Holzausbau ****?
  
Château Fonréaud, Listrac 1999: dichtes Rot, feiner, balsamischer Tabakduft, recht schlank im Mund mit trockenem Tannin, wenig Frucht, Entwicklung ? ***
  
Château Fonréaud, Listrac 2000: noch frisches, schönes Rot, Frucht in der Nase, Saft und Stoff mit reifem Tannin am Gaumen ****
  
Château Fonréaud, Listrac 2001: gutes Rot, Pilze und Baumrinde, Vanille und balsamische Noten im Duft, am Gaumen Saft und gute Balance, nur leichtes, sandiges Tannin ***
  
Château Fonréaud, Listrac 2002: dichtes, gutes Rot, Duft ist sauber und balsamisch, sehr hartes, etwas zu trockenes und klebriges Tannin, wenig Frucht am Gaumen ***?
  
Château Fonréaud, Listrac 2003: dichtes, gutes Rot, sehr markante Frucht mit Holznoten, Banane, am Gaumen sehr trockenes Tannin, aber auch Frucht, Wein fällt noch komplett auseinander, braucht Zeit ****?
  
Château Fonréaud, Listrac 2004: (Fass) dickes Brombeerrot, Beeren und Unterholz im Duft, auch etwas Baumrinde, schlanke, aber recht harmonische Struktur ***?
  
Château Fourcas Hosten, Listrac 1995: dichtes, noch sehr frisches Rot, noch verschlossene Nase mit guter Tiefe, am Gaumen schlank, aber gut strukturiert, lebendiges Tannin, kann noch weiter reifen, schon jetzt besser als bei Vorprobe ****
  
Château Fourcas Hosten, Listrac 1996: dichtes, noch recht frisches Rot, Pilze und Unterholz in der Nase, auch ganz leichter Muff, am Gaumen feste Struktur, Frucht und Tannin in Balance ****
  
Château Fourcas Hosten, Listrac 1997: gutes, lebendiges Rot, sehr offenes, terziäres Bukett, Leder und Fell, sandiges Tannin, recht guter Stoff, schon recht weit entwickelt, deutlich gegenüber den Vorproben verbessert ****
  
Château Fourcas Hosten, Listrac 1998: dichtes, fast noch jugendliches Rot mit Purpurschimmern, sehr viel Frucht und Holzwürze, Stilwechsel?, am Gaumen dicht und saftig, festes Tannin, aber auch leicht muffig im Abgang ****?
  
Château Fourcas Hosten, Listrac 1999: gutes Rot, verhaltene, nicht allzu tiefe Nase, am Gaumen sandiges Tannin, nicht allzu viel Saft dahinter ***
  
Château Fourcas Hosten, Listrac 2000: dichtes Brombeerrot, sehr feine Beerenfrucht in den Aromen, tief und frisch, maskuline Struktur, fest, noch etwas hartes, aber klassisches Tannin, entwicklungsfähig ****?
  
Château Fourcas Hosten, Listrac 2001: frisches, samtenes Rubin, saubere, aber verhaltene Frucht in der Nase, rot Beeren, Vanille, Säure am Gaumen markant, nicht genug Schmelz ***
  
Château Fourcas Hosten, Listrac 2002: dichtes, schönes Rubin, Kräuterwürze im Duft, Stoff und Saft mit reifem Tannin, noch nicht allzu lang im Abgang ****
  
Château Fourcas Hosten, Listrac 2003: gutes Rubin, tiefe, würzige Aromen, viel Saft und Stoff, Entwicklungspotenzial, sehr schöner Wein *****?
  
Château Fourcas Hosten, Listrac 2004: (Fass) dichtes Rubinrot, verschlossene, aber tiefe, feinwürzige Frucht, fest strukturiert mit gutem Tannin, aber etwas wenig Saft ****
  
Château Fourcas-Dupré, Listrac 1995: sehr frisches Rot, schöne Frucht in der Nase mit Beeren und Pilzen, leicht erdig, am Guamen recht schlank, zu trockenes Tannin und dominierende Schärfe ***
  
Château Fourcas-Dupré, Listrac 1996: leicht gereiftes Rot, Leder und Teer in den Aromen, sehr verhalten, Säure am Gaumen markant, etwas trockenes Tannin, reicht die Frucht fürs Altern? ****?
  
Château Fourcas-Dupré, Listrac 1997: gutes, frisches Rot, deutlich animalischer Duft mit balsamischen Noten, am Gaumen harmonisch, schon gut zu trinken, mittlerer Stoff und zu wenig Tiefe ***
  
Château Fourcas-Dupré, Listrac 1998: noch frisches, schönes Rot, balsamischer Kokosduft mit Pflaumen, Struktur gut, Tannine wirken noch etwas hart, aber entwicklungsfähig, besser als die Fassprobe ****
  
Château Fourcas-Dupré, Listrac 1999: Kirschrot, im Duft Waldbeeren und Fell, recht saftiger Körper, schlanke, aber gute Struktur ***
  
Château Fourcas-Dupré, Listrac 2000: dichtes, sehr schönes Rubin, tiefer Duft nach Waldbeeren und Pilzen, dicht und fest amGaumen mit viel Saft und guter Länge ****
  
Château Fourcas-Dupré, Listrac 2001: frisches Rot mit wässrigen Rändern, Backwerk und Käse in der Nase, am Gaumen säurebetont und sandig-klebriges Tannin ***
  
Château Fourcas-Dupré, Listrac 2002: dichtes, gutes Rot, Aromen von Waldbeeren und Cassis, erstaunlich guter Stoff, Balance von Frucht und Tanninen, wird schnell trinkreif ***
  
Château Fourcas-Dupré, Listrac 2003: schon leicht gereiftes Rot, Nase ohne viel Profil, am Gaumen sehr kompakt, Tannin und Frucht in guter Balance ****
  
Château Fourcas-Dupré, Listrac 2004: (Fass) dichtes, schönes Rubin, Würze und Frucht in der Nase, Kräuterbouquet, feste Struktur mit reifen Tanninen im Mund, gut strukturierter Wein, dem etwas Länge im Abgang fehlt ****
  
Château Lestage, Listrac 1995: gutes Rot mit leicht wässrigen Rändern, ledrig-staubig im Duft, schon sehr entfaltetes Bukett, am Gaumen leicht zehrend, über den Höhepunkt? **?
  
Château Lestage, Listrac 1996: gutes Rot, recht angenehme, tiefe Nase, noch hartes, verschlossenes Tannin, nicht allzu viel Frucht, braucht noch viel Zeit, aber reicht die Frucht dafür? ***
  
Château Lestage, Listrac 1997: gutes Rot, etwas helle Ränder, Nase ohne viel Ausdruck, am Gaumen mittlere Struktur, zu wenig Tiefe, aber gegenüber der Vorprobe verbessert ***
  
Château Lestage, Listrac 1998: frische, schöne Farbe, animalische Noten und etwas Gerberei, Tannin zu trocken, vielleicht noch entwicklungsfähig ****
  
Château Lestage, Listrac 1999: leicht gereiftes Rot, animalische Spuren und etwas Eigelb, guter, saftiger Körper, sandiges Tannin mit ausreichend Schmelz, schon gut zu trinken ****
  
Château Lestage, Listrac 2000: dichtes, frisches Rot, feines Kräuterbukett, am Gaumen etwas zu klebriges Tannin, nicht fest genug strukturiert ****?
  
Château Lestage, Listrac 2001: schönes Rubinrot, frisch, leicht zedrige Nase mit roter Frucht, fest strukturiert, aber etwas zu trockenes Tannin und zu wenig Frucht ***
  
Château Lestage, Listrac 2002: dichtes, schönes Rubinrot, saubere Frucht mit Waldbeeren und Zimt, gute aromatische Tiefe und guter Stoff, fest, klassisch strukturiert und entwicklungsfähig ****
  
Château Lestage, Listrac 2003: dichtes, schönes Rot, Vanille und Beeren, am Gaumen dicht und saftig, kompakter Wein mit entwicklungsfähigem Tannin ****
  
Château Lestage, Listrac 2004: (Fass) dickes Brombeer-Rubin, gute Würze und Cassis, noch sehr junges Tannin, Säure spürbar, fehlt etwas Frucht, kann sich aber noch entwickeln ****

Die bisherigen Verkostungs-Highlights
Sämtliche von uns verkosteten Weine finden Sie einige Monate nach der ursprünglichen Veröffentlichung auch in unserem Verkostungsarchiv

Griechenland (12/09)
Penfolds (11/09)
Extremadura (7/09)
Kalifornischer Pinot noir (6/09)
IDEWWINE (03/09)
Vertikale Marcobrunn (02/09)

Rieslinge Rheingau-Mosel 01/09
Unsere Besten 2008 (12/08)
Spanien 09/08
Deutscher Riesling 2007 09/08
Südafrika Cape Wine Guild 09/08
Bordeaux 2007 Primeurs 04-05/08
ProWein Highlights 2008 03/08
Erschwinglicher Bordeaux 11/07
Georgien - Georgia on my mind 07/07
Portugal - Großes im Verborgenen 04/06
Listrac-Vertikale 02/06
Altehrwürdige Vinx Doux Naturels 01/06
Südafrika in London 11/05

Klassifizierte Australier 10/05

Swiss - on Top 09/05

Languedoc - preiswert & gut 01/05

Highlights vor 2005

Spanische Legende - Único 11/04 ++ Cabernet aus Österreich 09/04 ++ Bordeaux-Grands-Crus 08/04 ++ Gewürztraminer 07/04 ++ Anteprima Toskana 06/04 ++ Südafrikanische Icon-Wines 05/04 ++ Venetien & Sardinien 03/04 ++ Toskana in Hamburg 02/04 ++ Ungarn und Griechenland 01/04 ++ Navarra und Ribera del Duero 11/03 ++ Baden-Toskana in HH 10/03 ++ Toskanische Küste 09/03 ++ Ardèche 02/03 ++ Traumweine des Jahres 2002 01/03 ++ Louis Jadot - Corton und Vougeot12/02 ++ Lageder - Römigberg-Vertikale 11/02 ++ Champagner - und die anderen .... 10/02 ++ Sassicaias Jünger - en primeur 09/02 ++ Unbekanntes weißes Bordeaux 08/02 ++ Süsses aus Österreich 07/02 ++ Rote Spitzen-Australier 06/02 ++  Neuseeland in Hamburg 06/02 ++ Österreich - Rotweingipfel 06/02 ++ Rheinhessen 05/02 ++ Reifer Barolo 05/02 ++ California meets Berlin 04/02 ++ Sachsen & Sachsen-Anhalt 04/02 ++ Deutscher Pinot 03/02 ++ Portwein 02/02 ++  Gallo's California 02/02 ++ Spanische Klasse 01/02 ++ Schweizer Spitzen 01/02 ++ Stilvergleich F/I/D 01/02 ++ Bourg-Sauternes 12/01 ++ Italien - Antinori 12/01 ++ Verschiedenes Frankreich 11/01 ++ Verschiedenes Portugal 11/01


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Unser Punktesystem: Weine
 
-- / ?? offen fehlerhafter oder nicht zu beurteilender Wein (Flaschenproblem)
* zu einfacher, evtl. auch leicht fehlerhafter Wein, nicht empfehlenswert
** Wein mit einem Minimum an Qualitäten, akzeptabel wenn im unteren Preisbereich 
*** befriedigender, ansatzweise typischer Wein, angenehm zu trinken
**** guter bis sehr guter Vertreter seiner Art und seines Jahrgangs
***** Spitzenwein von internationalem Format
***** Traumweine, die kleine Elite 1)
* - **** ? nicht eindeutig zu bewertender Wein

Weinproben von Eno WorldWine werden soweit wie möglich unter optimalen Bedingungen, wenn es geht blind durchgeführt, um eine eventuelle Verfälschung der Resultate, Voreingenommenheit und Irrtümer auszuschalten. Auch dann aber sind Verkostungs-Urteile immer nur subjektive Momentaufnahmen und hängen nicht zuletzt von der Authentizität der Proben ab, die uns präsentiert werden. Die Redaktion lehnt deshalb jede Haftung für Weine ab, deren geschmackliche Qualitäten nicht den hier geschilderten Eindrücken entsprechen. Unsere Bewertungen stellen eine Synthese aus aromatischem und geschmacklichem Volumen, Typizität, Alterungsfähigkeit und Trinkgenuss dar. Eno-Verlag distanziert sich ausdrücklich vom Inhalt aller evtl. in diesen Reports verlinkten Seiten und übernimmt keinerlei Verantwortung für die Verfügbarkeit der Weine sowie für den Geschäftsverkehr mit den jeweiligen Firmen wird keine Haftung übernommen.

1) Die Unterscheidung zwischen Spitzen- und Traumweinen wird erst in unseren Verkostungsreports ab Januar 2003 getroffen. Im Datenbank-Archiv sind diese Traumweine mit *****+ gekennzeichnet.

Unser Punktesystem: Weingüter

Die große Zahl von Verkostungen, die wir in den letzten Jahren durchführen konnten, erlaubt es uns, auf dieser Basis jetzt auch die Erzeugerbetriebe insgesamt zu bewerten. Um diese Wertung deutlich gegenüber der Weinbewertung abzusetzen, vergeben wir für Erzeuger maximal drei Sterne (@, in älteren Reports auch P), allerdings mit Zwischenstufen. Diese Weingutsbewertungen sind natürlich nur dort möglich, wo wir eine gewisse Mindestanzahl Weine bzw. Jahrgänge verkosten konnten und stellen eine Langzeitbewertung auf Basis der letzten 10 - 15 Jahrgänge dar, die vom Eindruck eines bestimmten Tastingreports, d. h. einer Momentaufnahme, abweichen kann. Um die aktuelle Leistungsfähigkeit eines Erzeugers korrekt einschätzen zu können, sollten daher immer sowohl die Langzeitbewertung als auch die konkreten Verkostungsergebnisse berücksichtigt werden.

@@@ Die kleine Elite der Region und des Landes, gehört zu den Spitzenweingütern der Welt
@@ Sehr gute Erzeuger mit stabiler Qualität
@ Erzeuger mit meist guten Weinqualitäten 
@ halbe Sterne 

EWW-Weinkategorien:

Um unseren Lesern jenseits aller Herkunftsbezeichnungen und Geschmacksangaben auf den Etiketten einen Hinweis zu geben, zu welchem Geschmackstyp die verkosteten Weine gehören, haben wir das Weinspektrum in 14 Kategorien eingeteilt, die ab 2006 hin und wieder zusätzlich zu den Bewertungen angeführt werden:

1 Leichte, trockene Weißweine 
2 Kräftige, trockene Weißweine
3 Roséweine
4 Leichte, fruchtbetonte Rotweine
5 Fruchtbetonte, kräftige Rotweine
6 Tanninbetonte, kräftige Rotweine
7 Schwere, alkoholreiche Rotweine
8 Deutlich restsüße bzw. süße Weißweine
9 Liebliche bzw. süße Rotweine
10 Edelsüße und Eis-/Strohweine
11 Trockene Likörweine
12 Süße Likörweine
13 Perlweine
14 Schaumweine

Natürlich ist eine solche, grobe Kategorisierung zwangsläufig immer unvollkommen. Innerhalb jeder einzelnen Gruppe wären beispielsweise Untergruppen vorstellbar. Man könnte bei den leichten, trockenen Weißen zwischen den aromatisch neutraleren und den Bukettweinen mit ausgeprägtem Sortenduft unterscheiden. Bei den Edelsüßen könnte man darüber streiten, ob nicht eine Unterteilung in alkoholschwache und alkoholreiche Weine sinnvoll wäre, und bei den alkoholreichen Roten darüber, ob ihr nur spezielle Weintypen wie der italienische Amarone angehören oder generell alle Rotweine aus heißen Anbaugebieten bzw. heißen Jahren, wenn sie ebenfalls hohe Gradationen erreichen. Aber eine solche, weitergehende Untergliederung würde dem wichtigsten Nutzen dieser Einteilung zuwider laufen – dem nämlich, dem Verbraucher eine erste Orientierung im Ozean der Weintypen zu bieten.