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Der Missbrauch von Alkohol schadet Ihrer Gesundheit. Schon geringer Konsum während der Schwangerschaft oder vereinzelte Trinkexzesse können zu dauerhaften Behinderungen des Kindes führen.

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WorldWine Doku: Alkoholprävention

 

Die Diskussion um die vom Drogen- und Suchtrat der Bundesregierung vorgeschlagenen Maßnahmen zur Alkoholprävention - es geht, wohlgemerkt, nicht um Missbrauchs-, sondern um Alkoholprävention generell und zwar auch um Maßnahmen gesetzgeberischer Natur -, tritt in ihre entscheidende Phase . Bis zum Jahresende soll ein verbindliches Aktionsprogramm vorgelegt werden, dass dann auch Grundlage für gesetzgeberische Aktivitäten wäre.

Um es allen Interessierten zu ermöglichen, einen möglichst umfassenden Kenntnisstand zu erlangen, veröffentlicht ENO WorldWine an dieser Stelle noch einmal die wichtigsten Positionspapiere sowie eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom Juni 2007, die Tendenzen des Alkoholkonsums bei Jugendlichen untersucht.

Gerade das letztgenannte Papier ist insofern interessant, als die meisten der Untersuchungsparameter im Zeitraum von 2004 bis 2007 kaum signifikanten Änderungen unterlagen: Die meisten Abweichungen liegen in Bereichen, die bei seriöser Betrachtung nicht unbedingt tatsächliche Änderungen widerspiegeln müssen, sondern auch der unvermeidlichen statistischen Unschärfe ("Fehlerquote") geschuldet sein könnten. Als "harte" Tatsachen kann man allenfalls festhalten, dass Alkopops nach der Einführung der Sondersteuer deutlich rückläufig waren, dass Spirituosen einen gewissen "Zulauf" verbuchten.

Tendenzen des Alkoholkonsums bei Jugendlichen

Da Angaben wie "mindestens einmal pro Woche oder Monat" (zur Häufigkeit des Alkoholkonsums) wenig über die tatsächlichen Trinkfrequenzen und -mengen aussagen, sollte man als "harten" Parameter vor allem die Menge des konsumierten Reinalkohols heranziehen. Die wiederum zeigt so enorme Schwankungen (2004: 44,2 g/Woche, 2005: 34,1 g/Woche, 2007: 50,4 g/Woche), dass hier alles andere als grundsätzliche gesellschaftliche Tendenzen ablesbar sind. Eher spiegeln solche stark schwankenden Werte die Tatsache wieder, dass der Alkoholkonsum bei Jugendlichen eben nicht, wie viele Gesundheitspäpste behaupten, zu einem immer gravierenderen und generellen sozialen Problem wird, sondern, dass er sehr kurzfristigen "Moden" zu unterliegen scheint, die schwer zu fassen, noch schwerer aber durch Gesetze zu regulieren sind.

Alkoholwerbung und Alkoholkonsum

Eine Sonderstellung nimmt das Papier "Die Auswirkungen von Alkoholwerbung" ein, das von der niederländischen Nationalen Stiftung für Alkoholprävention erarbeitet wurde. Dies nicht etwa wegen seiner besonderen akademischen Qualität und Seriosität, sondern wegen der Art wie es von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung verwendet und vom Großteil der Presse rezipiert wurde.

Tatsache ist, dass diese Studie - es handelt sich mitnichten um eine originäre Studie, sondern nur um eine so genannte Metastudie, d. h. um eine Auswertung auf der Grundlage einer Reihe anderer, originärer Studien, von denen noch dazu keine einzige in Europa entstanden ist -, die vorgibt, die Auswirkungen der Alkoholwerbung auf den Konsum von Jugendlichen zu untersuchen, dies gar nicht leisten kann. Warum? Ganz einfach, weil die ihr zugrundeliegenden Studien die Frage gar nicht (mit ein, zwei kleinen Ausnahmen) untersuchen!

Interessant in diesem Zusammenhang sind Seite 50 ff., wo die sieben Basisstudien kurz skizziert werden. Da heißt es dann beispielsweise: "Jede Zunahme des Fernsehens um eine Stunde stand in Verbindung mit einem um 9% erhöhten Risiko, mit dem Trinken von Alkohol zu beginnen. Jede Zunahme des Anschauens von Musikvideos um eine Stunde stand in Verbindung mit einem um 31% erhöhten Risiko, mit dem Trinken von Alkohol zu beginnen." Es ist also von Fernsehkonsum und dem Anschauen von Musikvideos generell die Rede, nicht vom spezifischen Anschauen von Alkoholwerbung. Das Gleiche gilt für die Studie mit dem Thema: "Menge des beim Ausgehen konsumierten Alkohols im Verhältnis zum Fernsehkonsum insgesamt und dem Kontakt zu Musikvideos", und immer so weiter.

Wer konsumiert 60 % mehr Alkoholwerbung als andere?

Nur in drei der sieben Studien war explizit vom Verhältnis Werbung - Konsum die Rede: "Diejenigen, die 60% mehr Alkoholwerbung im Fernsehen sahen, hatten mit um 44% größerer Wahrscheinlichkeit Bier getrunken und hatten mit einer um 34% größeren Wahrscheinlichkeit schon einmal Wein/Spirituosen und mit einer um 26% größeren Wahrscheinlichkeit 3 oder mehr alkoholische Getränke zu einem einzigen Anlass konsumiert." Man muss also 60 % (sic!) mehr Alkoholwerbung betrachten, um mit signifikant größerer Wahrscheinlichkeit Alkohol zu konsumieren als andere Jugendliche. Große Praxisrelevanz hat diese Aussage wohl nicht, denn ich kann mir keine Jugendlichen vorstellen, die das Fernsehprogramm bewusst daraufhin "scannen", wo sie die meiste Alkoholwerbung "erwischen". Das aber müssten sie tun, um auf "60 % mehr Alkoholwerbung zu kommen als andere Jugendliche!

Dasselbe gilt für die Studie mit dem Ergebnis: "Je 4% mehr Alkoholwerbung, die über das Fernsehen, Radio, Reklamewände und Zeitschriften wahrgenommen wurden, wurde monatlich 1% mehr an alkoholischen Getränken konsumiert, und je 15% mehr Kontakt mit Alkoholwerbung in ihrem Medienmarkt wurden 3% mehr alkoholische Getränke im Monat konsumiert."

Und: "Der Kontakt zu in Geschäften ausgestelltem Bier, der Werbung in Geschäften und zu Bierausschänken bei Sport- oder Musikveranstaltungen ließ für Nichttrinker den Beginn mit dem Alkoholkonsum nach 2 Jahren vorhersagen." Kein Wort wird allerdings darüber verloren, dass man vielleicht bei 13 - 15-jährigen diese Prognose mit derselben Sicherheit wagen kann, ohne zu wissen, ob sie Alkoholwerbung betrachtet haben.

Die Dokumente im Einzelnen

Empfehlungen des Drogen- und Suchtrates an die Drogenbeauftragte der Bundesregierung für ein Nationales Aktionsprogramm zur Alkoholprävention

Stellungnahme des Deutschen Industrie- und Handelskammertags

Position der Deutschen Brauwirtschaft

Stellungsnahme des Forums der Deutschen Weinwirtschaft

Alkoholkonsum der Jugendlichen in Deutschland 2004 bis 2007

Die Auswirkungen von Alkoholwerbung

Der Vollständigkeit halber noch einmal der Verweis auf mein Editorial vom 13.9. 2008

Und so gehen die Briten mit dem Problem um: die Responsible Drinkers Alliance und The Portman Group

 

Die bisherigen Dokumente und Statistiken

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Pestizide im Wein - Studie von Global 2000
Die Weinwelt bis 2006 - Vinexpo-Studie 2003
Die Weinwelt 2002
Statistik des deutschen Weinbaus 2002/03
Frankreich - Perspektive 2000

Klassifizierung in Deutschland - VDP-Richtlinien

Zukunft der Neuen Welt - Ende des Booms?

Neue Produktionsbestimmungen Chianti Classico

Australiens Export-Planungen bis 2005/6

OIV-Resolutionen zum Aufsäuern - erster Teil
zweiter Teil


  

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