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Der Missbrauch von Alkohol schadet
Ihrer Gesundheit. Schon geringer Konsum während der Schwangerschaft oder
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WorldWine Basiswissen - Folge
14
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Der Wein
von Eckhard
Supp
Wie wählt
man den
richtigen
Wein?
(4)

alle
Fotos: E.
Supp
Zuckerl
Bei den Rotweinen dagegen sind süße Erzeugnisse eher die Ausnahme. Natürlich werden auch in Deutschland immer noch viele halbtrockene
Spätburgunder oder Portugieser gekeltert, obwohl die Mehrheit der Weintrinker trockene Rote vorzieht. In Italien gilt der liebliche oder süße Recioto della Valpolicella als ausgesprochene Spezialität, und auch im Piemont werden unter der Bezeichnung Bracchetto d’Acqui süße Rotweine erzeugt.
Berühmtester
französischer Süß-Roter ist der Wein aus Banyuls an der spanischen Grenze, und in Portugal wird natürlich viel süßer Portwein erzeugt. Beide sind aber mit Alkohol verstärkt und gehören deshalb in die Gruppe der Likörweine. Die wirklich renommierten, großen Süßweine der Welt dagegen werden überwiegend aus Weißweinsorten gekeltert, sieht man von dem einen oder anderen Eiswein aus Deutschland oder Österreich einmal ab.

Aus edelfaulen Grauburgundertrauben werden
m Elsass dichte, ölige Süßweine gekeltert.
Diese Süßweine
entstehen in der Regel aus Trauben, die ganz oder teilweise vom Botrytispilz, der so genannten Edelfäule, befallen waren –
Ausnahmen sind Eis- und Strohweine, die aufgrund ihres hohen Zuckergehalts aber meist auch zu dieser Gruppe gerechnet werden –
und werden deshalb auch als edelsüß bezeichnet. Man kann sie in zwei Typologien einteilen: Weine mit relativ niedrigem Alkohol-, dafür aber häufig höherem Säuregehalt und insgesamt fruchtigem Charakter und solche mit höherem Alkoholgehalt, die durch den Ausbau in kleinen Barriquefässern Kraft und Struktur gewinnen. Zu Ersteren gehören natürlich die weltberühmten deutschen Beeren- und Trockenbeerenauslesen, deren beste aus der Paradesorte Riesling gekeltert werden, und die gelegentlich nur 5 oder 6 Vol.-% Alkohol aufweisen.

Süße Exotik
Große Beeren- und
Trockenbeerenauslesen zeichnen sich durch ihren enormen Zucker- und Extraktgehalt – im Extremfall sind sie ölig und dicht wie flüssige Marmelade –
aus, behalten aber wegen ihrer hohen Säure immer eine gewisse Frische und Lebendigkeit. Die besten besitzen unglaublich vielschichtige Aromen mit ausgeprägten Noten von exotischen Früchten und sind jahrzehntelang lagerfähig. Weine dieser Stilrichtung werden auch in Österreich erzeugt, und in einigen Ländern der Neuen Welt, wo keine natürliche Edelfäule entsteht, versucht man es zumindest mit Eisweinen, deren Trauben vor dem Keltern in großen, aufwändigen Kühlkammern eingefroren werden.
In Frankreich
dagegen werden edelsüße Weine einer
anderen Stilistik erzeugt. Süßweine aus dem Bordeauxgebiet – Sauternes, Barsac, Loupiac, Cadillac oder Sainte-Croix-du-Mont heißen sie –
müssen mindestens 12 oder 13 Vol.-% Alkohol aufweisen und werden in Barriques vergoren und ausgebaut. Auch im österreichischen Burgenland folgen heute einige Winzer dieser Stilistik, und dasselbe gilt für viele der Süßweine, die gelegentlich in den Ländern der Neuen Welt erzeugt werden. Höheren Alkoholgehalt haben auch die süßen Strohweine, wie sie in Nord- oder Mittelitalien unter den Bezeichnungen Recioto oder Vin Santo entstehen, häufig auch die Sélections de grains nobles, Beeren- oder Trockenbeerenauslesen aus dem Elsass.
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Die 14 Weintypen und ihre populärsten Vertreter *
1 Alsace Riesling
(F), Alsace Tokay Pinot gris (F), Bianco di Custoza (I), Bordeaux blanc (F), Bourgogne blanc (F), Chablis (F), Chardonnay (A, I, NZ), Entre-deux-mers (F), Frascati (I), Gavi (I), Grüner Veltliner (A), Müller-Thurgau (A, D), Muscadet (F), Orvieto (I), Riesling (D/A), Sauvignon blanc (A, I,NZ), Silvaner (D), Welschriesling (A), Pinot grigio (I), Rias Baixas (E), Soave (I), Terlaner (I), Tocai friulano (I), Vinho verde (P)
2 Alsace Gewürztraminer
(F), Alsace Grand Cru (F), Bordeaux blanc (F), Bourgogne blanc Premier/Grand Cru (F), Chablis Premier/Grand Cru (F), Chardonnay (AUS, CHIL, F, I, USA), Condrieu (F), Côtes-du-Rhône blanc (F),
Ermitage (CH), Erstes/Großes Gewächs (D), Hermitage blanc (F), Jurançon sec (F), Sauvignon blanc (A, I, NZ), Smaragd (A), Tocai friulano (I), Vouvray (F)
3 Bardolino Chiaretto (I), Côtes de Provence (F), Tavel (F), Weißherbst (D)
4 Alsace Pinot noir (F),
Bardolino (I), Beaujolais Nouveau (Fr), Bourgogne rouge (F), Chianti (I), Chinon (F), Kalterer See (I), Lemberger (D),
Portugieser (A, D), Schwarzriesling (D), Spät-/Blauburgunder (D, CH), St.
Magdalener (I), Trollinger (D), Valdepeñas (E), Vinho verde tinto (P), Zweigelt (A)
5 Alentejo (P),
Bandol (F), Barbera (I), Beaujolais (Fr), Blaufränkisch (A),
Bourgogne rouge (F), Carmenère (CHIL), Chianti (I), Chianti Classico (I), Chinon (F), Côtes-du-Rhône (F), Côtes-du-Rhône Villages (F), Corbières (F), Dolcetto (I), Dornfelder (D), Douro (P), Gaillac (F), Gigondas (F), Igt
Toscana (I), Merlot (USA, SA, AUS, CHIL), Navarra (E), Rioja (E), Roero (I), Spät-/Blauburgunder (D, CH), Toro (E), Valdepeñas (E), Valpolicella (I),
Zinfandel (USA), Zweigelt (A)
6 Barbaresco (I),
Barolo (I), Bordeaux Crus Bourgeois/Classés (F), Bourgogne Premier/Grand Cru (F), Brunello di Montalcino (I), Châteauneuf du Pape (F), Chianti Classico (I), Cabernet Sauvignon (USA, SA, AUS, CHIL), Cape Blend (SA), Carmenère (CHIL), Côte-Rôtie (F), Douro (P), Hermitage (F), Igt Toscana (I), Madiran (F), Merlot (USA, SA, AUS, CHIL), Priorat (E), Ribera del Duero (E), Rioja (E), Roero (I), Shiraz (AUS, SA), Vino Nobile di
Montepulciano (I)
7 Amarone (I), Châteauneuf du Pape (F), Shiraz (AUS)
8 Alsace
Gewürztraminer (F), Alsace Riesling (F), Alsace Vendanges tardives (F), Auslese (A, D), Jurançon (F), Spätlese (A, D), Vouvray (F)
9 Dornfelder (D), Lambrusco (I), Portugieser (D), Recioto della Valpolicella (I), Spätburgunder (D)
10 Alsace
Sélection de grains nobles (F), Ausbruch (A), Barsac (F),
Beerenauslese (A, D), Eiswein (A, D), Sauternes (F), Strohwein/Vin de paille (A, F), Tokajer
(UNG), Trockenbeerenauslese (A, D), Vin Santo (I)
11 Madeira (P), Marsala (I), White Port (P), Sherry (E)
12 Banyuls (F),
Madeira (P), Marsala (I), Montilla-Moriles (E), Portwein (P), Sherry (E)
13 Lambrusco (I), Prosecco (I), Secco (D, mit versch. Namenszusätzen)
14 Asti Spumante (I),Cava (E), Champagner (F), Franciacorta (I), Prosecco (I), Sekt (A, D)
*
Die
Definition
der
Weintypen
finden
Sie
im
vorhergehenden
Kapitel
der
Serie.
Mehrfachzugehörigkeiten möglich, wenn Weine
einer
Herkunftsbezeichnung
je
nach
Erzeuger
unterschiedlich ausfallen können.
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Zwischen diesen Süßweinen und süßen Likörweinen zu unterscheiden, ist nicht immer einfach, und insbesondere was ihre Eignung als Speisenbegleiter betrifft, ähneln sie sich gelegentlich zum Verwechseln. Dennoch muss man hier eine deutliche Grenze ziehen, was auf die Art der Weinbereitung zurück geht. Likörweine werden nämlich immer mit Reinalkohol oder einem Weindestillat versetzt, während die Süßweine der vorhergehenden Gruppe ihren Alkohol ausschließlich aus der natürlichen Gärung erhalten.

Aufgespritete Spezialitäten
Die großen Klassiker
aus der Gruppe der süßen Likörweine sind die Portweine, allen voran der populäre Ruby Port. Auch die Sherryvarianten Medium Oloroso, Pale Cream oder Cream bilden mit ihrer süßen Fülle gute Begleiter zum Dessert, während die trockenen sich eher als Aperitifweine eignen. So wie die beiden bekanntesten Likörweine zeigen auch Madeira, Montilla-Moriles und Marsala die verschiedensten süßen Spielarten, und Südafrikas „Fortified Wines“, die früher häufig auch unter dem Namen Port verkauft wurden, sind ebenso süß wie der berühmte Vin de Constance, der Wein von Constantia vom Kap der Guten Hoffnung. In Italien heißt solcher Likörwein „Vino liquoroso“, auf Griechenlands Ägäischen Inseln „Onomasía Proléfseos Elegchomeni“ und in Frankreich paradoxerweise „Vin Doux Naturel“, natürlicher Süßwein, obwohl die Süße ja nicht auf natürliche Weise, sondern durch Aufspriten zustande kommt.
Bei den trockenen
Likörweinen findet man im Prinzip dieselben Namen wieder: Einige Vins Doux Naturels aus Frankreich, Sherry – diesmal allerdings in Varianten wie Fino, Manzanilla, Palo Cortado –, Marsala, Madeira und auch Portweine wie gewisse White Ports. Auch wenn sie bei uns meist vor oder nach den Mahlzeiten serviert werden, beweisen insbesondere die Spanier gerne, wie ideal ihre trockenen Sherrys zu Tapas, Suppen, Fisch oder bestimmten Käsesorten passen.

Jede Weinbauregion bringt ihre eigenen, unverwechselbaren Weine hervor: Im
kalifornischen Russian River Valley werden aus Pinot noir alias Spätburgunder herrliche Rot- und Schaumweine gekeltert.
Jetzt fehlen eigentlich nur noch die Prickler, die die letzten zwei Gruppen bilden. Wenn man es genau nimmt, interessieren sich echte
Weinfreunde für die erste der beiden nur wenig: Perlweine gelten weithin als „arme Vettern“ der Schaumweine, da sie meist aus einfacheren Grundweinen und nach weniger aufwändigen Verfahren erzeugt werden. Eine der wenigen Ausnahmen ist das norditalienische Anbaugebiet von Conegliano-Valdobbiadene, wo sich Perl- und Schaumweinversionen – auf italienisch „frizzante“ und „spumante“ – des beliebten Prosecco qualitativ kaum voneinander unterscheiden.

Champagner und Co.
Ganz anders
die Schaumweine, die in praktisch jedem Weinbauland der Erde erzeugt werden und hohes Prestige genießen. Über allen thront natürlich der Champagner, der vielleicht berühmteste und prestigereichste Wein überhaupt. Schaumweine werden natürlich auch in anderen Regionen Frankreichs erzeugt und dann unter den Bezeichnungen Crémant oder Vin mousseux in den Verkauf gebracht, man denke nur an die herrlichen
Produkte von der Loire, aus dem Burgund oder dem Elsass.
Die Deutschen
sind Weltmeister im Schaumwein- oder besser im Sekttrinken – als Sekt darf Qualitätsschaumwein aus Deutschland oder Österreich bezeichnet werden –, und seit sich deutsche Spitzenwinzer darangemacht haben, den vielen millionenfach produzierten Markensekten auch qualitativ sehr hochwertige Winzersekte zur Seite zu stellen, können deutsche Schaumweine auch im internationalen Vergleich ein Wörtchen mitreden.

Bollinger, Krug, Roederer oder Mumm heißen sie, und die deutsch klingenden Namen weisen auf die
Entstehungsgeschichte vieler Champagnerhäuser hin, die im 18. und 19. Jh. von Auswanderern aus deutschen
Weinbaugebieten gegründet wurden. Obwohl in der Champagne nordwestlich von Paris bereits im 4. Jh. Wein gekel-tert wurde, kam der Durchbruch für den berühmten Prickler erst Ende des 17. Jh., als es gelang, druckbeständige Flaschen herzustellen und die zweite Gärung kontrolliert
durchzuführen.
Erwähnt
werden muss hier auch das kleine italienische Franciacorta-Gebiet, dessen beste Erzeugnisse sogar den großen Champagnermarken das Wasser reichen können, etwas, was man vom spanischen Cava trotz seiner enormen Popularität leider nicht behaupten kann – Schuld ist unter anderem die geringe Alterungsfähigkeit der spanischen Prickler. Interessant vielleicht: Einer der besten Schaumweine der Welt wird unter französischer Regie von einem Champagnerhaus in …
Argentinien erzeugt.
Dass
Schaumweine in
den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen – von knochentrocken bis pappsüß –
vermarktet werden, macht eine genaue Lektüre der fast immer auf dem Etikett zu findenden Geschmacksbezeichnungen notwendig. Sparen kann man sich diese Lektüre nur bei Produkten wie dem Asti Spumante und seines Zwillings Moscato d’Asti aus dem italienischen Piemont, die auf jeden Fall süß in die Flasche kommen.

Jeder Anlass hat
seinen Wein
So
verschieden diese Weine sind, so unterschiedlich natürlich auch die Anlässe, zu denen man sie trinkt. Während in Frankreich und den südeuropäischen Ländern Wein vorwiegend zu den Mahlzeiten serviert wird – dort
legt man dementsprechend großen Wert auf die Frage, welcher Wein sich am besten mit welcher Speise „vermählt“ –, genießen Mitteleuropäer Wein traditionell außerhalb der Mahlzeiten. Dabei passt Wein im Grunde zu jeder Gelegenheit.
Natürlich
wird man auf Partys oder bei geschäftlichen Empfängen keine Weine servieren, die allzu anspruchsvoll sind oder nur ausgesprochenen Liebhabern munden. Je „stromlinienförmiger“, das heißt auch gefälliger ein Wein ist, desto besser eignet er sich für solche Gelegenheiten. Das trifft auf die Weißweine der Gruppe eins und die Roten der Gruppe vier eher zu als auf die kräftigeren Gewächse. Perl- oder Schaumweine sind hierfür geradezu prädestiniert. Im Sommer empfehlen sich auch kühl servierte Roséweine, und zum abendlichen Buffet passt sicher auch der eine oder andere fruchtbetonte Rote der Gruppe fünf. Auch hier gilt natürlich: „Es muss nicht immer Pinot grigio oder Prosecco sein!“ – der Phantasie sind beim heutigen gigantischen Weinangebot keine Grenzen gesetzt –, und Ihre Gäste werden es Ihnen nicht nur danken, wenn Sie zwei oder drei Weine zur Auswahl bereit halten, sondern auch, wenn vielleicht einmal ein ausgefallenerer Wein- oder Erzeugername darunter ist.

Es muss kein
großartiges
5-Gang-Menü sein: Wein
begleitet jeden Anlass, vom Picknick im Grünen bis
zum Festmahl in großem
Rahmen.
Weinabende,
bei denen man mit Freunden die eine oder andere Flasche „köpft“, sind Gelegenheiten, bei denen eher die kräftigeren, anspruchsvolleren Weine zum Zuge kommen. Man kann Gewächse verschiedener Rebsorten, verschiedener Jahrgänge, verschiedener Winzer oder Anbaugebiete mit einander vergleichen, Ratespiele veranstalten oder sich über Vorzüge der entkorkten Flaschen den Kopf heiß reden. Noch schöner wird es, wenn wenigstens einer aus der Runde zu den Flaschen jeweils eine kleine Geschichte oder ein wenig Hintergrundwissen zu berichten weiß.
(Forts.
folgt)
* sämtliche
Zahlenangaben
in diesem
Text stammen
aus der Zeit
von vor
2006. Für
aktuellere
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